02.11.2020

Deutschland: Iranische Muslime gaben sich als Konvertiten aus

Eine Schleuserbande riet ihnen dazu, um Asyl in Deutschland zu bekommen

Düsseldorf (idea) – Eine Schleuserbande soll Muslimen aus dem Iran geraten haben, sich als christliche Konvertiten auszugeben, um in Deutschland Asyl zu bekommen. Das geht aus der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Düsseldorf gegen einen Iraner hervor, der sich vor dem Landgericht Düsseldorf verantworten muss. Die Bande habe seit 2012 zehn Auswanderungswillige aus dem Iran nach Deutschland geschleust, erklärte die Pressedezernentin der Staatsanwaltschaft, Laura Hollmann, gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Die Gruppe habe den Iranern gegen Zahlung von 10.000 bis 40.000 Euro Visa besorgt, Flüge gebucht, die Erstunterbringung in Deutschland organisiert und sie im Asylverfahren beraten. Sie sollten gegenüber dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) behaupten, im Iran heimlich zum Christentum übergetreten zu sein. Zur Vorbereitung auf die Befragungen seien sie aufgefordert worden, in der Bibel zu lesen. In mindestens einem Fall habe das Bundesamt dem Asylantrag stattgegeben. In anderen Fällen wurden die Anträge zwar abgelehnt, die Iraner aber trotzdem nicht abgeschoben. Ein Urteil gegen den Angeklagten soll im Januar 2021 gefällt werden.