03.09.2020

Deutschland: Muslimfeindlichkeit in Deutschland bekämpfen

Islamwissenschaftlerin Schirrmacher in Expertengremium berufen

Berlin/Bonn (idea) – Dem zwölfköpfigen Expertengremium, das im Auftrag des Bundesinnenministeriums die Muslimfeindlichkeit in Deutschland erforschen soll, gehört auch eine evangelische Islamwissenschaftlerin an: die an der Universität Bonn tätige Professorin Christine Schirrmacher. Wie die 58-Jährige der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, beschäftigt sie sich kritisch mit Gewalt und Unterdrückung, etwa von Frauen und Andersgläubigen im Namen der Religion. Doch ebenso müssten Hassreden, Diskriminierung und Verfolgung von Minderheiten und allen, die andere Auffassungen vertreten, geahndet werden. Schirrmacher gehört auch dem Kuratorium des Deutschen Instituts für Menschenrechte (Berlin) an und ist 2. Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats der Bundeszentrale für politische Bildung (Bonn/Berlin). Zudem ist sie wissenschaftliche Leiterin des Instituts für Islamfragen der Deutschen Evangelischen Allianz sowie Sprecherin und Beraterin für Islamfragen der Weltweiten Evangelischen Allianz.

Muslimfeindliche Haltungen bedrohen den Zusammenhalt

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte den „Unabhängigen Expertenkreis Muslimfeindlichkeit” mit Vertretern aus Wissenschaft und Praxis am 1. September ins Leben gerufen. Er soll nach seinen Worten Strategien zur Bekämpfung von Muslimfeindlichkeit ausarbeiten: „Muslimfeindliche Haltungen sind nicht nur eine Bedrohung für Muslime, sondern für den gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt.“ Der „Unabhängige Expertenkreis Muslimfeindlichkeit” (UEM) solle einen Beitrag dazu leisten, dass Staat und Gesellschaft „besser und gezielter dagegen vorgehen können“. Neben sechs Universitätsprofessoren gehören auch Mitarbeiter von Bildungs- oder Dokumentationsstätten sowie Nichtregierungsorganisationen dem Gremium an.