04.08.2020

Pakistan: Christen und andere Minderheiten leiden

„Kirche in Not“: Sie fordern bei Protesten die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit

München/Peschawar (idea) – Auf die schwierige Situation von Christen in Pakistan hat das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ (München) hingewiesen. Obwohl Christen nur rund zwei Prozent der Bevölkerung stellten, seien sie im Visier radikaler Islamisten. Während der Corona-Krise komme es vermehrt zu Attacken auf Christen und andere religiöse Minderheiten. Zudem seien diese durch muslimische Hilfsorganisationen während des Lockdowns bei der Verteilung von Hilfsgütern benachteiligt worden seien. Immer wieder würden sie zudem Opfer von Gewalt.

Bericht: Getötet, weil ein Muslim keine „schmutzigen Christen“ als Nachbarn wollte

„Kirche in Not“ berichtet über den Fall des Christen Nadeem Joseph. Der Mann habe – so schilderte es ein Bekannter von Joseph gegenüber dem Hilfswerk – in Peschawar ein Haus gekauft. Ein muslimischer Nachbar habe ihn und seine Familie aufgefordert, das Stadtviertel zu verlassen, da der Ort nichts für „schmutzige Christen“ sei. Schließlich habe er auf Joseph geschossen und ihn schwer verletzt. Nach mehreren Operationen sei er dann im Krankenhaus gestorben. Seitdem hätten pakistanische Christen mehrfach öffentlich protestiert und weltweite Aufmerksamkeit gefordert. Vereinzelt werde Joseph in den Sozialen Medien auch als pakistanischer George Floyd bezeichnet. Der Afroamerikaner war am 25. Mai in Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota) durch eine gewaltsame Festnahme ums Leben gekommen. Der Vorsitzende der (katholischen) pakistanischen Bischofskonferenz, Joseph Arshad (Islamabad-Rawalpindi), kritisierte die Untätigkeit der Behörden. Der mutmaßliche Täter müsse vor Gericht gestellt und die Familie des Ermordeten geschützt werden. Von den über 216 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus.