04.09.2020

Deutschland: Amtsgericht Bremen lässt Anklage gegen Pastor Olaf Latzel zu

Der Termin zur Hauptverhandlung soll in Kürze mitgeteilt werden

Bremen (idea) – Das Amtsgericht Bremen hat die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen den Bremer Pastor Olaf Latzel unverändert zur Hauptverhandlung zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet. Das teilte das Amtsgericht am 4. September in einer Pressemitteilung mit. Der Termin zur Hauptverhandlung werde in Kürze mitgeteilt. Zum Hintergrund: Die Staatsanwaltschaft hat am 2. Juli Anklage wegen Volksverhetzung gegen Latzel erhoben. Sie wirft ihm unter anderem vor, in einem Eheseminar der St.-Martini-Gemeinde, das auf YouTube veröffentlicht wurde, „Homosexuelle generalisierend als Verbrecher“ bezeichnet zu haben. In dem Seminar hatte Latzel unter anderem über Homosexualität gesprochen und gesagt: „Überall laufen diese Verbrecher rum vom Christopher Street Day.“ Das Video wurde inzwischen gelöscht.

Bremische Evangelische Kirche: Wir kommentieren den weiteren Fortgang nicht

Für die Verwendung des Wortes „Verbrecher“ entschuldigte Latzel sich später öffentlich. Er habe damit nicht allgemein homosexuell lebende Menschen gemeint, „sondern militante Aggressoren, die uns als Gemeinde in den letzten Jahren immer wieder angegriffen und gotteslästerlich diffamiert haben“. Wiederholt war die St.-Martini-Kirche mit antichristlichen Schriftzügen beschmiert worden. Gottesdienste wurden gestört. Latzel erhielt sogar Morddrohungen. Die Bremische Evangelische Kirche (BEK) schrieb in einer Pressemitteilung, dass der Kirchenausschuss die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen Latzel zur Kenntnis genommen habe: „Wir kommentieren den weiteren Fortgang des Verfahrens durch die staatliche Justiz nicht. Das kirchliche Disziplinarverfahren bleibt – wie bereits mitgeteilt – weiterhin ausgesetzt.“