04.09.2020

Deutschland: Film über eine wahre Geschichte in den USA

Deutschland-Premiere: Von der Leiterin einer Abtreibungsklinik zur glühenden Lebensrechtlerin

Fulda (idea) – Ein Spielfilm aus den USA soll in Deutschland neu das Bewusstsein dafür wecken, das Leben ungeborener Kinder besser zu schützen. Die Premiere für die deutsche Synchronfassung von „Unplanned“ (Ungeplant) fand am 3. September im Kino „Cinestar“ in Fulda statt. Veranstalter war der Bundesverband Lebensrecht (Berlin). Aufgrund der Corona-Beschränkungen waren nur 150 Besucher zugelassen. Der 106-minütige Film erzählt die wahre Geschichte der heute 40-jährigen Abby Johnson (Houston/Bundesstaat Texas). Als Mitarbeiterin der Organisation „Planned Parenthood“ stieg sie bis zur Leiterin einer Abtreibungsklinik in Bryan (Texas) auf. Nachdem sie im Herbst 2009 bei einer Abtreibung assistierte und auf dem Ultraschallbild sah, wie ein ungeborenes Kind aus dem Mutterleib abgesaugt und zerstückelt wird, kündigte sie und wurde zur Abtreibungsgegnerin. Vor ihrer Umkehr hatte sie zwei Abtreibungen an sich vornehmen lassen. Heute ist sie eine der engagiertesten Sprecherinnen der Lebensrechtsbewegung in den USA. Johnson hat mit ihrem Mann acht Kinder; das jüngste haben sie adoptiert. Der mit einem Budget von sechs Millionen Dollar (5,1 Millionen Euro) produzierte Film war in den USA ein großer Erfolg – trotz heftiger Kritik in den Medien und Bombendrohungen militanter Abtreibungsbefürworter. Er spielte nach der Premiere am 29. März 2019 an den Kinokassen rund 20 Millionen Dollar (etwa 18 Millionen Euro) ein. Laut den Produzenten Chuck Konzelmann und Cary Solomon hatte die „Propaganda“ gegen den Film einen Werbeeffekt, den sie mit eigenem Budget nicht hätten erzielen können. Doch wichtiger sei etwas anderes: Über 500 Mitarbeiter hätten in den Abtreibungskliniken gekündigt, nachdem sie den Film gesehen hätten, und übten heute eine andere Tätigkeit aus.

Lebensrechtlerin Linder: Abtreibung ist nie eine Lösung

Bei der Deutschland-Premiere kritisierte die Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht (BVL), Alexandra Linder (Weuspert/Sauerland), in einer Gesprächsrunde, dass das Thema Abtreibung in der Gesellschaft verdrängt werde. Man müsse dieses Tabu brechen: „Abtreibung ist nie eine Lösung und hat mit Selbstbestimmung nichts zu tun.“ Die Tötung eines Kindes vor der Geburt sei „immer eine Katastrophe“. Die Vorsitzende des Vereins „Lebensrecht Sachsen“, Susanne Georgi (Zwönitz/Erzgebirge), unterstrich die Notwendigkeit der Prävention. Dazu gehöre, Menschen dafür zu sensibilisieren, das Leben von Anfang an zu schützen. Dies müsse schon in der Schule beginnen. Georgi rief dazu auf, Frauen zu unterstützen, die in einem Schwangerschaftskonflikt steckten, und sie nicht anzuklagen.

Steeb: Grundproblem – das Muttersein wird nicht geachtet

Der Vorsitzende des Treffens Christlicher Lebensrecht-Gruppen, Hartmut Steeb (Stuttgart), bezeichnete es als Grundproblem, dass die Aufgabe des Mutterseins nicht geachtet werde. Er sei davon überzeugt: „Mütter sind die Hochleistungsträger der Gesellschaft.“ Er hoffe sehr, so Steeb, dass der Film zum Nachdenken anrege. Der Verlag Gerth Medien (Aßlar bei Wetzlar) vertreibt den Film. Dessen Produktmanager Musik- und Film-Vertrieb, Jörg Schwehn (Aßlar bei Wetzlar), sagte in Fulda, als er den US-Spielfilm erstmals gesehen habe, sei er überzeugt gewesen: „Den müssen wir hierherbringen. Ganz viele Leute sollen ihn sehen.“ Der Film ist ab 16. Oktober im Handel als DVD oder Blu-Ray Disc erhältlich. Die Stiftung „Ja zum Leben“ (Meschede) hat die deutsche Synchronfassung finanziert. Laut der BVL-Vorsitzenden Linder sind Kinobetreiber bisher wegen möglicher Proteste zurückhaltend, den Film zu zeigen. Sie ermunterte dazu, ihn in Gemeinden und Kirchen vorzuführen.