04.11.2020

Mosambik: Nach Anschlägen auf Dörfer im Norden

40 Flüchtlinge sterben bei Bootsunglück

Maputo (Fides) - Am Morgen des vergangenen 31. Oktober verübten islamistische Terroristen, die sich zur Zentralafrikanischen Provinz des Islamischen Staates (ISCAP) zugehörig erklären, mehrere Anschläge auf einige Dörfer im Distrikt Muidumbe in der Provinz Cabo Delgado im Norden von Mosambik, wo sie die Ortschaften Muidumbe di Magaia, Nchinga, Namacunde, 24 de Março, Muatide und Muambula überfielen. Augenzeugen berichten, dass insgesamt 20 Menschen, darunter 15 minderjährige Jugendlich im Dorf 24 de Março enthauptet wurden, während die Angreifer eine unbekannte Anzahl von Kindern aus Nchinga entführt haben sollen. Bei den Überfällen sollen auch Jugendliche aus den Dörfern rekrutiert werden, die künftig in den Reihen der Dschihadisten kämpfen sollen. Im April dieses Jahres hatten Terroristen, ebenfalls im Bezirk Muidumbe, 52 Zivilisten enthauptet, die sie sich geweigert hatten, sich ihnen anzuschließen. Zusätzlich wurden mehrerer Häuser in Brand gesteckt und möglicherweise die Kommunikationsinfrastruktur beschädigt, da die Mobilfunkkommunikation mit Muidumbe nach dem Angriff teilweise unterbrochen war.
Die jüngsten Razzien könnten eine Vergeltung für die militärische Offensive der Verteidigungs- und Sicherheitskräfte Anfang letzter Woche gegen eine wichtigste terroristische Stellung sein, die so genannte "Syria Base" im Distrikt Mocimboa da Praia. Nach Angaben der mosambikanischen Sicherheitskräfte wurden bei den Operationen insgesamt 108 Terroristen getötet. Die dschihadistische Gewalt in der Provinz Cabo Delgado gefährdet auch die Ernte 2020-2021, nachdem Tausende von Bauern vor Terroranschlägen fliehen mussten. Die Ernte ist bereits von Überschwemmungen und der Verbreitung schädlicher Insekten beeinträchtigt. Es wird geschätzt, dass mindestens 400.000 Einwohner aus der Provinz geflohen sind. Am Sonntag, dem 1. November, starben mindestens 40 Menschen, als ein Flüchtlingsboot mit 74 Menschen, zwischen den Inseln Ibo und Matemo nördlich der Provinzhauptstadt Pemba sank.
Unterdessen sind Terroristen aus Nordmosambik, die in Ruvuma die Grenze zwischen Tansania und Mosambik überqueren, in einigen Dörfer in Tansania aktiv. Nach Angaben der tansanischen Polizei fielen mehr als 300 schwer bewaffnete Terroristen, von denen angenommen wird, dass sie mit ISCAP in Verbindung stehen, in das Dorf Kitaya am Ufer des Ruvuma ein, wo sie Häuser zerstörten und mehr als 20 Menschen töteten. Sicherheitsquellen vermuten, dass die Terroristen junge Menschen in den Küstenregionen, insbesondere in Pwani,Tanga und Mtwara rekrutieren wollen, deren Einwohner sich mit sozialen, wirtschaftlichen und politische Missständen konfrontiert sehen. Die Dschihadisten nutzen die Unzufriedenheit arbeitsloser Jugendlicher, um neue Kämpfer zu rekrutieren.
(L.M.) (Fides 4/11/2020)