08.10.2020

Libanon: Maronitische Bischöfe begrüßen geplante Verhandlungen

Bkerké (Fides) - Die Langsamkeit der Untersuchungen im Zusammenhang mit der Explosion vom 4. August im Hafen von Beirut zeuge nachdrücklich vom Versagen des libanesischen Staates und der Unfähigkeit der nationalen Institutionen, die systemische Krise des Landes zu bewältigen. Dies bekräftigen die maronitischen Bischöfe zum Beginn ihrer gemeinsamen Botschaft, die am Ende ihres monatlichen Treffens, das am 7. Oktober im Patriachat in Bkerké unter der Leitung von Patriarch Bechara Boutros Rai stattfand. Die Untätigkeit der libanesischen Institutionen bei der Identifizierung und Verfolgung der Verantwortlichen für diese verheerende Explosion, so die maronitischen Bischöfe, gehe einher mit der Untätigkeit, die man auch angesichts der Dringlichkeit unter Beweis stelle, die Familien der Opfer zu entschädigen und die Mittel für den Wiederaufbau von Gebäuden Häuser und Infrastruktur bereitzustellen, die durch die Explosion vom 4. August zerstört oder beschädigt wurden. Die Botschaft der Bischöfe würdigt jedoch in diesem Zusammenhang die Welle der Solidarität, die durch die Tragödie im Hafens von Beirut ausgelöst wurde, der sich neben den libanesischen Bürgern auch Regierungen, kirchliche Institutionen, Zivilverbände und Künstler auf der ganzen Welt anschlossen, die auf konkrete Weise Nähe und Verbundenheit mit dem Libanon zeigten. Die maronitischen Bischöfe hoffen, dass diese Initiativen "weiterhin die große Anzahl von Libanesen erreichen, die unterhalb der Armutsgrenze leben". In Bezug auf die anhaltende politische Lähmung nach der Explosion im Hafen von Beirut äußern die maronitischen Bischöfe "Bedauern und Bestürzung" über die “politischen Spiele”, die bisher die Bildung einer "Regierung der nationalen Erlösung" verhindert haben, die sich aus "kompetenten Reformern" zusammensetzt und das Vertrauen des libanesischen Volkes und der internationalen Gemeinschaft in die politische Führung des Landes der Zedern wiederherstellen kann.
In dem Dokument äußern die maronitischen Bischöfe auch ihre Besorgnis über den anhaltenden Gesundheitsnotstands aufgrund von Covid 19 im Libanon und begrüßen di Ankündigung des "Rahmenabkommens" für die „Verhandlung der Seegrenze zwischen dem Libanon und Israel unter der Ägide der Vereinten Nationen“. Die maronitischen Bischöfe hoffen, dass diese Verhandlungen "zu einer schnellen Lösung führen können, die es dem Libanon ermöglicht, von seinem Öl- und Gasreichtum zum Nutzen der Nation und damit aller seiner Kinder zu profitieren".
Im laufenden Monat Oktober rufen die maronitischen Bischöfe alle Gläubigen des Landes dazu auf, das Gebet des Rosenkranzes zu beten über das Geheimnis der Erlösung zu meditieren und um die Fürsprache der Jungfrau Maria zu bitten, damit der “Ewige Vater seinen Trost in die Herzen aller Menschen einflößte. die auf die eine oder andere Weise unter der Explosion vom 4. August gelitten haben und weiterhin leiden”.
(GV) (Fides 8/10/2020)