08.10.2020

Schweden: Christen sehen den Aufnahmestopp für Flüchtlinge kritisch

Regierung hat wegen wachsender Bandenkriminalität einen Kurswechsel vollzogen

Stockholm (idea) – Viele Christen in Schweden sehen den Aufnahmestopp der Regierung für Flüchtlinge kritisch. Das erklärte der Generalsekretär der Schwedischen Evangelischen Allianz, Olof Edsinger (Stockholm), auf Nachfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Zum Hintergrund: Anders als etwa die deutsche Bundesregierung hatte sich die schwedische Regierung nach dem Brand des Flüchtlingslagers „Moria“ auf der griechischen Insel Lesbos nicht zur Aufnahme von Flüchtlingen bereiterklärt.

Edsinger: Schweden hat seit 2015 überproportional viele Zuwanderer aufgenommen

Dazu sagte Edsinger, Schweden habe seit 2015 überproportional viele Zuwanderer aufgenommen. In den vergangenen Monaten habe eine Zunahme der Kriminalität ausländischer Banden dazu geführt, dass immer mehr Bürger eine weniger großzügige Zuwanderungspolitik befürworteten. Das habe einen Kurswechsel der Regierung eingeleitet. Unter den Christen in Schweden gebe es zwar ebenso Unterstützung dafür, die meisten von ihnen würden aber „zumindest das Ausmaß der restriktiven Politik, die unsere Regierung jetzt verfolgt, infrage stellen“, so Edsinger. Viele Christen engagierten sich auch nach wie vor in der Flüchtlingshilfe. 58 Prozent der 10,1 Millionen Einwohner sind Lutheraner, 8,2 Prozent Muslime, 2,5 Prozent Freikirchler, 1,2 Prozent Orthodoxe und 1,1 Prozent Katholiken.