09.01.2020

Ägypten: Von Islamisten zerstörte Kirche wiedereröffnet

Im Jahr 2013 waren 84 kirchliche Gebäude das Ziel von Attacken geworden

Minya (idea) – Im oberägyptischen Minya ist eine von Islamisten zerstörte Kirche wiedereröffnet worden. Am Festgottesdienst am 5. Januar nahmen Vertreter aus Kirchen, Politik und Militär teil. Das berichtet die christliche Zeitung Watani (Kairo).

Anhänger der Muslimbruderschaft hatten die koptisch-orthodoxe Kirche „Anba Moussa al-Asswad“ am 14. August 2013 bei landesweiten Angriffen auf Christen zerstört. Auslöser war damals die Räumung zweier Protestlager von Anhängern des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi (1951–2019) in Kairo. Die radikal-islamischen Muslimbrüder beschuldigten die Christen, den Sturz Mursis zu befürworten.

Nach Angaben der Zeitung beschädigten oder zerstörten die Islamisten daraufhin 84 Kirchen und kirchliche Liegenschaften. Auch 150 christliche Schulen, Privathäuser, Geschäfte und ein Waisenhaus in Minya wurden das Ziel von Angriffen und Plünderungen. Mindestens vier Menschen kamen laut Amnesty International damals ums Leben.

Die Wiedereinweihung der Kirche „Anba Moussa al-Asswad“ bildet Watani zufolge den Abschluss der Reparatur-, Wiederaufbau- und Restaurationsarbeiten, die die ägyptischen Streitkräfte an allen 84 betroffenen Kirchengebäuden durchführten.

In Ägypten leben rund zehn Millionen orthodoxe koptische Christen. Hinzu kommen etwa 300.000 Mitglieder der koptisch-evangelischen Kirche, 200.000 Katholiken, mehr als 100.000 Mitglieder von Pfingstgemeinden, Brüdergemeinden und anglikanischen Gemeinden sowie 40.000 Griechisch-Orthodoxe. Rund 90 Prozent der 98 Millionen Einwohner Ägyptens sind Muslime.