09.07.2020

Deutschland: In Wetzlar getöteter Eritreer war Christ

Der 25-Jährige hielt sich zu einer christlichen Gemeinde von Landsleuten

Wetzlar (idea) – Der bei einer Auseinandersetzung am Bahnhof in Wetzlar tödlich verletzte 25-jährige Flüchtling aus Eritrea war Christ. Das bestätigte eine Mitarbeiterin der Flüchtlingshilfe Mittelhessen, die das Opfer persönlich kannte, der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Polizeiberichten zufolge erlitt der junge Mann bei der Tat am 23. Juni mehrere Stiche in den Oberkörper. Eine Notoperation habe sein Leben nicht retten können. Er habe enge Kontakte zu einer eritreischen christlichen Gemeinde in Mittelhessen unterhalten. Sie organisierte am 5. Juli in Wetzlar eine Trauerfeier für ihn, die rund 80 Besucher zählte. Im Anschluss wurde bekannt, dass der Verstorbene in seiner Heimat beigesetzt werden soll. Die Flüchtlingshilfe hat ihre Unterstützung zugesagt und ein Spendenkonto eingerichtet. Die Überführung wird nach den Worten der Mitarbeiterin mindestens 10.000 Euro kosten. Nach Polizeiangaben sind die Hintergründe des Verbrechens noch unklar. Ein mutmaßlicher Täter sei identifiziert. Nach ihm werde gefahndet. In Deutschland leben etwa 63.000 Eritreer. Von den 5,1 Millionen Einwohner des Landes im Nordosten Afrikas sind 50 Prozent Muslime, 48 Prozent Christen und die Übrigen Anhänger traditioneller Religionen.