12.01.2020

Deutschland: Farbanschlag auf katholische Kirche

Linksextremistisches Bekennerschreiben

Ein anonymes Bekennerschreiben wurde am 9. Januar auf der linksradikalen Plattform „de.indymedia.org“ veröffentlicht.

Berlin (idea) – Auf die denkmalgeschützte katholische St. Elisabeth-Kirche in Berlin-Schöneberg ist ein Farbanschlag verübt worden. Der Polizei zufolge beschmierten bislang unbekannte Täter das Gebäude in der Nacht vom 8. zum 9. Januar mit mehreren Schriftzügen in schwarzer und weißer Farbe. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin ermittelt.

Ein anonymes Bekennerschreiben wurde am 9. Januar auf der linksradikalen Plattform „de.indymedia.org“ veröffentlicht. Darin äußern die Verfasser, sie hätten auf der Fassade die Aussage „Pro Choice“ (Für Wahlfreiheit) hinterlassen und die Türen des Gemeindehauses verklebt. Als Grund für die Aktion nannten die Autoren den Einsatz der Gemeinde für den Lebensschutz. Sie hatte im September 2019 ihre Räumlichkeiten für den „Pro Life Impact Congress“ zur Verfügung gestellt. Dazu hatten die Gruppen „Jugend für das Leben“ und „Pro Life Europe“ eingeladen.

Den „Marsch für das Leben“ – er findet jährlich im September in Berlin statt – bezeichnet das Schreiben als Propagandaveranstaltung. Der Marsch sei eine Plattform, bei der sich der Bezug der „Lebensrechtler*innen“ zum christlichen Glauben allein durch die Biografien der „Redner*innen“ „als fundamentalistisch und damit als trans-feindlich und homophob, holocaust-relativierend und antisemitisch, frauenverachtend, patriarchal und rechts-konservativ“ herausstelle.

Die Verfasser des Schreibens grüßen ferner die Ärztin Kristina Hänel (Gießen) und die „Feministischen Autonomen Zellen“. Hänel wurde von mehreren gerichtlichen Instanzen wegen Verstoßes gegen den Abtreibungsparagrafen 219a – er verbietet Werbung für Abtreibungen – zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Ärztin will bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen, um den Paragrafen zu kippen.

Eine „Feministische Autonome Zelle“ hatte sich zum Brandanschlag auf die freikirchliche „Tübinger Offensive Stadtmission“ bekannt. Dabei entstand am 27. Dezember 2019 laut Schätzung der Polizei ein Schaden von 40.000 Euro, als ein Gemeindebus ausbrannte.

Bundesverband Lebensrecht: Feige, hinterhältige Aktion

In einer Reaktion des Bundesverbandes Lebensrecht (Berlin) auf den Farbanschlag in Berlin heißt es: „Erneut haben Leute, die offenbar vor nichts und niemandem Respekt haben, gezeigt, wes Geistes Kind sie sind: Sie haben die denkmalgeschützte Kirche St. Elisabeth in Berlin beschmiert und ‚grüßen‘ damit unter anderem die Abtreibungsexpertin Kristina Hänel und die Berliner Gruppe What the fuck, die mit undemokratischen Methoden versucht, Demonstrationen und Veranstaltungen für das Leben jedes Menschen zu blockieren.“

Der Verband betont ferner, dass er „keinerlei rechte und auch sonst keine Klientel“ anwerbe. Er werbe „ausschließlich für die Sache, nämlich für das uneingeschränkte Recht jedes Menschen auf sein Leben, egal, woher er kommt, wie er aussieht, welche religiöse oder politische Haltung er hat oder wo er sich befindet“. So gebe es Millionen von Menschen, „darunter naturgemäß viele Christen, die weder irgendeiner Phobie noch irgendeinem Hass oder einer Diskriminierungshaltung anhängen, weder gegen Homosexuelle noch gegen Juden, Frauen oder andere“.

Diese Tatsachen könnten die Verfasser allerdings anscheinend nicht begreifen, „sonst würden sie statt feiger, hinterhältiger Aktionen den offenen und sachlichen Austausch von Argumenten anstreben“. Ferner ruft der Verband dazu auf, öffentlich und klar gegen Hassparolen und Anschläge einzutreten.

 

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter wandte sich der Verband an die Abtreibungsärztin Hänel und fragte: „Was sagen Sie zu dem feigen Anschlag auf eine denkmalgeschützte Kirche in Berlin, die den ‚Fehler’ gemacht hat, einen Lebensrechtskongress zu beherbergen?“