13.10.2020

Deutschland: Gegendemonstrant greift Veranstalter an

Gebetszug: Angreifer schlug den Vorsitzenden von „EuroProLife“ auf das Ohr

Münster (idea) – Bei einem „Gebetszug“ für das Lebensrecht ungeborener Kinder in Münster ist der Vorsitzende des ökumenischen Gebetsnetzwerks „EuroProLife“, Wolfgang Hering (München), von einem Gegendemonstranten angegriffen und auf das Ohr geschlagen worden. Das erklärte Hering gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. An dem Gebetszug am 10. Oktober nahmen rund 80 Christen teil. Sie zogen unter dem Motto „1.000 Kreuze für das Leben“ durch die Innenstadt von Münster. Mit weißen Kreuzen machten die Teilnehmer darauf aufmerksam, dass in Deutschland an jedem Werktag etwa 1.000 ungeborene Kinder abgetrieben würden. Der Gebetszug musste von mehreren hundert Polizisten geschützt werden, da rund 150 Gegendemonstranten teilweise massiv versuchten, die Veranstaltung zu stören. Zu der Gegendemonstration hatte ein „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ aufgerufen. Dem Bündnis gehörten neben der Beratungsorganisation Pro Familia (Frankfurt am Main) die Parteien SPD, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen an. Trotz des Polizeischutzes konnte ein Gegendemonstrant zur Spitze des Zuges durchdringen. Er habe versucht, einen Kinderwagen mit 100 Rosen umzustoßen, die als Symbol der Trauer für ungeborene Kinder mitgeführt wurden, berichtete Hering. Er habe sich schützend vor den Wagen gestellt und den Angreifer angerempelt. Der habe daraufhin versucht, ihn ins Gesicht zu schlagen, dabei aber nur das Ohr getroffen. Danach sei der Mann von Polizisten festgenommen worden. Wie Hering weiter sagte, konnte er den Zug ohne Unterbrechung fortsetzen. Er habe noch nicht entschieden, ob er gegen den Angreifer Strafanzeige stellen wolle. Der Gebetszug findet seit 2003 jährlich in Münster statt. Er wird wegen Anfeindungen von Abtreibungsbefürwortern unter massivem Polizeischutz durchgeführt.