14.07.2020

Afghanistan: Corona-Pandemie verschärft die Not der Menschen

Hilfswerk Shelter Now: Das Virus breitet sich rapide aus

Kabul/Braunschweig (idea) – Die Corona-Pandemie verschärft die Not vieler Menschen in Afghanistan. Darauf hat das internationale christliche Hilfswerk Shelter Now (Jetzt Schutz bieten) hingewiesen. Das Virus breitet sich in dem Land rapide aus, erklärte der Direktor von Shelter Now Germany, Udo Stolte (Braunschweig), in einer Pressemitteilung. Die ohnehin angespannte Ernährungssituation armer und benachteiligter Bevölkerungsgruppen habe sich dadurch weiter verschlechtert. Laut der Statistik der Weltgesundheitsorganisation seien in Afghanistan bisher rund 34.000 Menschen infiziert und rund 1.000 Menschen an der Krankheit gestorben. Diese Zahlen seien aber nach Aussagen der Shelter-Now-Mitarbeiter vor Ort „wenig aussagekräftig“, da ausreichende Testmöglichkeiten fehlten. Neben der Hauptstadt Kabul sei vor allem die Provinz Herat im Westen des Landes betroffen. Dorthin seien Hunderttausende Afghanen vor dem Corona-Ausbruch im Nachbarland Iran geflohen. „Viele waren wahrscheinlich infiziert und verteilen das Virus weiter“, so Stolte. Die Erkrankten könnten wegen fehlender medizinischer Hilfsmittel meist nur unzureichend versorgt werden. So gebe es glaubwürdige Berichte aus Kabul, wonach sich fünf Patienten eine Sauerstoffflasche teilen müssten. Das Hilfswerk habe bisher Hygienepakete an 3.500 Familien verteilt. Sie enthalten unter anderem Schutzmasken, Seife, Zahnpasta, Handtücher und Behälter für den Wassertransport. In den nächsten Wochen will Shelter Now Hilfsgüter an weitere 4.500 Familien verteilen. Das Hilfswerk ist seit 1983 in Pakistan und seit 1988 in Afghanistan tätig. Es finanziert seine Hilfsaktionen zu einem großen Teil aus Spenden. 99 Prozent der über 34 Millionen Einwohner Afghanistans sind Muslime.