16.10.2020

Malaysia: Katholische Schulen sollen vom Staat gefördert werden

Kuching (Fides) - Katholische Schulen leisten in Malaysia einen wertvollen Beitrag zur Evangelisierung und zur Förderung der menschlichen Entwicklung und des persönlichen Wachstums: Dies betont Erzbischof Simon Peter Poh Hoon Seng von Kuching, der in diesem Zusammenhang auch feststellt, dass Schulen und von der Kirche geführte Bildungseinrichtung "ein wesentlicher Bestandteil der Entwicklung des Staates” sind und “vor allem in ländlichen Gebieten eine Grundlage für Bildung gewährleisten. "
Im Monat Oktober, der traditionell der Weltmission gewidmet ist, nutzt "die Kirche ihren Dienst auf dem Gebiet der Bildung als wichtiges Mittel zur Evangelisierung und Verbreitung der Werte des Evangeliums". "Katholische Schulen und Universitäten haben zum Wachstum und zur Konsolidierung der ländlichen Gemeinden beigetragen, insbesondere durch angemessene Bildung in Sarawak und in vielen anderen Teilen des Landes", erklärte er.
In Sarawak, einem Föderationsstaat im malaysischen Borneo, der sich entlang der Nordwestküste der Insel erstreckt, "wäre die Bildung in ländlichen Gebieten nicht für alle garantiert, wenn es die Missionsschulen nicht gäbe", so der Erzbischof in den vergangenen Tagen am ersten Treffen der der "Mission Schools" mit der Religionsbehörde Unifor teilnahm das unter Leitung des stellvertretenden Premierministers Datuk Amar Douglas Uggah, die Bedürfnisse der Schulen erörterte.
Die Regierung wolle Mittel bereitstellen, mit Schulen, die sich in Trägereschaft der katholischen Kirche befinden, ihre Einrichtungen ausbauen und ihre Standards als Missionsschulen verbessern können. Uggah versprach, er werde Premierminister Tan Sri Muhyiddin Yassin um angemessene Finanzierung bitten. "Die Bundesregierung verfügt über besondere Mittel für nicht-islamische Bevölkerungsteile", betont er. "Wir müssen sicherstellen, dass Schulen, die besonders ländlichen Gebieten unter schwierigen Umständen tätig sind und kaum Einkommensquellen haben, effektiv geholfen wird", betonte er und würdigte die Tatsache, dass immer mehr private Einrichtungen, darunter die katholische Kirche und andere christliche Konfessionen bereit sind, Schulen in ländlichen Gebieten einzurichten. „Privatschulen sind unabhängig und konsequent bei der Umsetzung ihres Lehrplans. Sie sind dabei auch in der Lage, eine sehr effektive Bildung zu gewährleisten“, bemerkte er.
Derzeit gibt es in Sarawak 127 Missionsschulen mit 113 Grundschulen und 14 weiterführenden Schulen, hauptsächlich in den Verwaltungsregionen Kuching, Sibu und Miri.
Von den Grundschulen befinden sich 57 in Trägerschaft der katholischen Kirche, zudem gib es 45 anglikanische und 5 methodistische Grundschulen; bei den weiterführende Schulen werden 7 von der katholischen Kirche, 5 von der anglikanischen Kirche und 2 von der methodistischen Kirche getragen. Darüber hinaus gibt es 92 Kindergärten, die sich in Trägerschaft der drei christlichen Konfessionen befinden.
Sarawak ist der größte Föderationsstaat Malaysias. Er befindet sich im malaysischen Borneo und erstreckt sich über eine Fläche, die fast der der gesamten malaysischen Halbinsel entspricht. Die Hauptstadt Kuching, Sarawaks größte Stadt, ist das wirtschaftliche Zentrum des Staates und der Regierungssitz.
Der Staat ist durch ethnischen, kulturellen, sprachlichen und religiösen Pluralismus gekennzeichnet. Zu den wichtigsten ethnischen Gruppen gehören Iban, Malaien, Chinesischen, Melanauen, Bidayuh und Orang Ulu. Der Staat Sarawak hat insgesamt 2,6 Millionen Einwohner (Volkszählung 2015). Sarawak ist der einzige Staat in Malaysia, in dem Christen (42,6%) zahlreicher sind als Muslime (32,2%). Zu den weiteren Religionsgemeinschaften gehören Buddhismus, Hinduismus, Stammesreligionen oder Animisten.
Die Föderation Malaysias ist insgesamt ein multiethnisches, multikulturelles und multireligiöses Land und hat 32,7 Millionen Einwohner, davon 60% Muslime.
(SD-PA) (Fides 16/10/2020)