17.01.2020

Kenia: Drei christliche Lehrer getötet

Angriff auf eine Schule: „Wir können Ungläubigen nicht erlauben, unsere Kinder zu unterrichten“

Kamuthe (idea) – In der kenianischen Grenzregion zu Somalia haben Anhänger der radikal-islamischen Terrororganisation Al-Shabaab am 13. Januar drei christliche Lehrer getötet. Ein weiterer wurde verletzt. Die kenianische Polizeibehörde bestätigte den Angriff in Kamuthe (Bezirk Garissa) auf Twitter. Wie ein Überlebender gegenüber der Internetplattform „Morning Star News“ berichtete, zwangen die Milizen alle Lehrer, ihre Schlafräume zu verlassen. Wer nicht aus der mehrheitlich muslimischen Region stammte, habe sich separat hinstellen müssen. Die Angreifer hätten angenommen, dass die Zugezogenen Christen seien. Laut dem Augenzeugen sagte einer der Angreifer: „Wir können Ungläubigen nicht erlauben, unsere Kinder zu unterrichten.“ Dann habe er auf die drei Lehrer geschossen. Laut dem Hilfswerk International Christian Concern (ICC/Washington D.C.) handelt es sich bei den Toten um Caleb Mutua, Titus Ushindi und Samuel Muthui Kyonzu. Die Al-Shabaab-Miliz bekannte sich zu dem Angriff. Nach Angaben von ICC starben allein in den vergangenen fünf Wochen 25 Menschen bei Attacken durch die Gruppierung in den Bezirken Wajir, Lamu, Mandera und Garissa. Am 6. Dezember 2019 wurden elf Christen bei einem Angriff der Miliz auf einen Reisebus in Mandera getötet, vier von ihnen waren Lehrer. Al-Shaabab versteht sich als Teil des Terrornetzwerks Al Kaida und verübt seit Jahren immer wieder Anschläge in Kenia, weil das ostafrikanische Land 2011 Truppen nach Somalia schickte, um Islamisten zu bekämpfen. In Kenia sind 83 Prozent der 48 Millionen Einwohner Kirchenmitglieder und elf Prozent Muslime.