18.08.2020

Deutschland: Christen müssen Judenhass entschieden entgegentreten

Rund 250 Menschen nahmen an einem Gebetsmarsch in Stuttgart teil


Stuttgart (idea) – Christen haben eine besondere Verpflichtung, Antisemitismus entschieden entgegenzutreten. Diese Ansicht vertrat der Vorsitzende des deutschen Zweiges der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ), Gottfried Bühler (Stuttgart), bei einem überkonfessionellen Gebetsmarsch am 15. August in der Stuttgarter Innenstadt. An der Veranstaltung der ICEJ nahmen rund 250 Menschen teil. In einer Rede warnte Bühler vor einem Wiederaufflammen des Judenhasses in Deutschland. Die etwa 200.000 in Deutschland lebenden Juden und ihre rund 100 Synagogen seien eine Bereicherung für die Gesellschaft. „Wir sind froh, dass Juden nach dem Holocaust wieder den Mut hatten, in Deutschland zu leben.“ Christen sollten für ihre Sicherheit beten und Gott für das jüdische Volk danken. Bühler begrüßte außerdem die angekündigte Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel

und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Christen seien auch aufgefordert, für Israels Nachbarländer zu beten, denn „Gott liebt alle Menschen!“

Gebet für Deutschland und den Libanon

ICEJ-Geschäftsführer Stephan Lehnert appellierte an die Teilnehmer: „Lasst uns für die Menschen im Libanon beten, dass sie eine handlungsfähige Regierung bekommen. Und lasst uns dafür beten, dass der Libanon Israels Hilfsangebot nach der Explosion im Hafen von Beirut doch annimmt und dass daraus eine friedliche Nachbarschaft entsteht.“ Der Gebetskoordinator der ICEJ, Christoph Scharnweber, betete für ein entschiedenes Eintreten der deutschen Bundesregierung gegen Antisemitismus und für den Staat Israel. Roland Krumm, Pastor der freikirchlichen City Chapel Stuttgart und Vorstandsmitglied der Evangelischen Allianz Stuttgart, erinnerte daran, dass das hebräische Wort „Schalom“ für „Frieden, Wohlbefinden, Zufriedenheit, Glück“ stehe. Dieser Zustand solle alle Gesellschaftsschichten erreichen, sagte Krumm. Michael Kashi, Vorstandsmitglied der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW), dankte den Teilnehmern für ihre Gebete für das Volk und den Staat Israel. Die 1980 gegründete ICEJ ist ein überkonfessionelles Glaubenswerk, das aufgrund biblischer Grundsätze und Verheißungen Israel unterstützt. Sie hat Zweigstellen in über 90 Nationen und Unterstützer in mehr als 160 Ländern weltweit.