19.07.2020

Mexiko: Katholische Bischöfe beklagen „Kultur des Todes"

“Wir setzen uns für das Leben und die Würde des Menschen ein“

Mexiko City (Fides) - “Wir sind uns bewusst, dass das Jahr 2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie, die in unzähligen Familien Schmerzen verursacht und die wirtschaftliche Situation ernsthaft beeinträchtigt hat, Spuren in der Geschichte der Welt und in der Geschichte Mexikos hinterlassen wird. Dieses Jahr hat auch eine weitere tödliche Seuche nach Mexiko gebracht: Die Gewalt und Unsicherheit, die ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht haben, dürfen uns aufgrund ihrer Maßlosigkeit und Grausamkeit nicht gleichgültig sein": so die Bischöfe von Mexiko in einer gestern veröffentlichten gemeinsamen Erklärung.
"Wir beobachten eine 'Kultur des Todes', die das mexikanische Volk hart und immer wieder im Herzen trifft und die sich unter anderem in immer zahlreicheren und blutigeren Gewalttaten manifestiert. Wenn wir das Leben eines ungeborenen Kindes so betrachten, als wäre es Erwachsener, wenn wir unempfindlich gegenüber Sterbehilfe werden, wenn wir die Legalisierung von Drogen fördern, eine falsche und verzerrte Sicht der Sexualität verbreiten, Korruption betreiben, Menschen zum Zwecke der sexuellen oder beruflichen Ausbeutung verkaufen, der Armut uns Missbrauch gleichgültig gegenüberstehen, die Natur durch extremen Konsumismus schänden... und dies sind nur einiger der sichtbarsten Manifestationen der Herausforderungen, denen wir als Land in Bezug auf die Würde der menschliche Person gegenüberstehen", heißt es in dem Dokument. "Aus diesem Grund fühlen wir uns als Kirche dem Leben und der Menschenwürde verpflichtet", bekräftigen die Bischöfe.
Im Zusammenhang mit verschiedenen Lösungsmöglichkeiten fordern die Bischöfe vor allem eine Änderung der Einstellung gegenüber Gewalt. "Wir Bischöfe versuchen, das Gewissen im Hinblick auf das Gute und die Wahrheit zu erleuchten. In Ausübung unserer unveräußerlichen Rechte und unseres Dienstes als Hirten werden wir weiterhin das Evangelium des Lebens sowohl öffentlich als auch privat predigen und an das Mandat Jesu erinnern, : "Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium" (Mk 16,15). Wir werden dabei weiterhin mit denen und vielen anderen zusammenarbeiten, die sich für die Förderung der Würde jedes Menschen von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod einsetzen", so die Bischöfe abschließend.
(CE) (Fides 18/7/2020)