19.08.2020

Deutschland: Islamistischer Anschlag auf der Bundesautobahn?

Mutmaßlicher Angreifer verursachte Kollisionen – Sechs Verletzte

Berlin (idea) – Nach mehreren mutmaßlich gezielten Angriffen auf Verkehrsteilnehmer auf der Bundesautobahn 100 hält die Generalstaatsanwaltschaft Berlin einen islamistischen Anschlag für nicht ausgeschlossen. Die Taten hatten sich laut Polizeimeldung am Abend des 18. August zwischen Wilmersdorf und Tempelhof zugetragen und insbesondere Motorradfahrer betroffen. Dabei gab es zunächst mehrere Kollisionen, die ersten Ermittlungen zufolge „als vorsätzliche Angriffe auf andere Verkehrsteilnehmer zu werten sind“. Bei einer weiteren Kollision sei der 30-jährige mutmaßliche Angreifer schließlich mit seinem Fahrzeug auf der Autobahn zum Stehen gekommen und habe eine alte Munitionskiste auf dem Autodach abgestellt. „Es entstand der Eindruck, dass es sich bei dieser Kiste um einen gefährlichen Gegenstand handeln könnte“, so die Polizei. Alarmierten Beamten sei schließlich die Festnahme des Tatverdächtigen gelungen. In der Kiste stellten die Spezialisten des Landeskriminalamtes Werkzeuge sicher.

Kirchenleiter warnen vor Missbrauch von Religion als Begründung von Terror und Gewalt

Neben mehreren Sperrungen, Staus und Evakuierungen einiger Fahrzeuginsassen bilanzierte die Polizei sechs verletzte Personen, davon drei schwer. Der Festgenommene wurde in Polizeigewahrsam gebracht und soll nun wegen versuchten Mordes einem Haftrichter vorgeführt werden. Der Mitteilung zufolge legen seine Äußerungen eine religiös-islamistische Motivation nahe. Zusätzlich gebe es Hinweise auf eine psychische Labilität. Anhaltspunkte für eine Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung habe die eigens ins Leben gerufene Ermittlungsgruppe des Polizeilichen Staatsschutzes jedoch bislang nicht feststellen können. Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein, sowie der Erzbischof des Erzbistums Berlin, Heiner Koch, drückten in einer Stellungnahme ihre Anteilnahme mit den Opfern und ihren Angehörigen aus, bei denen sie mit ihren Gedanken und Gebeten seien. „Gleichzeitig verwahren wir uns erneut gegen jegliche Versuche, die Religion für die Begründung von Terror und Gewalt zu missbrauchen“, so die Kirchenleiter.