08.04.2007
Nigeria: Muslime entführen junge Christen und zwingen sie zum Islam-Übertritt
Kirchenführer: „Die Regierung hat bislang nichts zum Schutz der Kinder getan"
Nigeria: Muslime entführen junge Christen und zwingen sie zum Islam-Übertritt
Kirchenführer: „Die Regierung hat bislang nichts zum Schutz der Kinder getan"
SOKOTO, Nigeria, 21. März 2007 - In dem überwiegend muslimischen, nigerianischen
Bundesstaat Sokoto entführen Muslime nach Angaben christlicher Leiter immer wieder junge
Christen, um sie zum Islam zu bekehren. Dem Informationsdienst Compass Direct berichtete die
Mutter von der Entführung ihres 13-jährigen Victor Udo Usen, der Anfang November 2006
verschwand. Am 20. Februar 2007 erfuhr die Familie, dass Victor im Haus eines muslimischen
Nachbarn gesehen wurde. Victors Mutter, Esther Udo Usen, rannte zu dem Haus und traf ihren
Sohn dort an, der versuchte, seinen Entführern zu entkommen. „Ich fasste schnell seine Hände
und zog ihn mit mir“, sagte sie. Dann habe sie die Rufe ´Allahu akbar! Allahu akbar! Allahu
akbar [Gott ist groß]!´ gehört. „Ich war geschockt, als eine große Gruppe von Muslimen auf uns
zu gerannt kam.“ Unter Tränen berichtet sie davon, wie die Gruppe ihren Sohn an sich riss und
gesagt habe, er sei jetzt ein Muslim. Sie und ihr Mann würden nun nicht mehr seine Eltern sein.
Victors Vater, Udo Usen, informierte seinen Pastor und andere christliche Leiter, die die
Entführung der Polizei sowie dem Staatssicherheitsdienst meldeten. „Die Polizisten sagten uns
aber, sie könnten vor der Rückkehr des Sultans von Sokoto, des Führers der Muslime in Nigeria,
nichts unternehmen", berichtete Usen. „Die Muslime haben unseren Sohn ein halbes Jahr lang
ohne unsere Zustimmung festgehalten. Sie haben ihn zum Übertritt zum Islam gezwungen. Wie
können sie das einem 13-jährigen Kind antun?", fragt der Vater.
Christen in Angst um ihre Kinder
Frau Tambari, eine christliche Nachbarin der Usens, bestätigte diese Fakten und sagte, man habe
erfahren, dass die Muslime Victors Namen in Abdulkarim geändert hätten. Im Übrigen seien sie
jetzt hinter ihrem eigenen Sohn her, seit sie den Usens bei der Suche nach deren Sohn geholfen
habe. Ihre muslimische Vermieterin habe ihr gedroht, sie aus dem Haus zu werfen. Auch Pfarrer
Reuben Yaro, Vorsitzender des Kirchenbezirks Sokoto der Evangelischen Kirche von
West-Afrika hatte ebenfalls Berichte über Kindesentführungen erhalten. In einem Fall nahmen
Muslime einer Familie seiner Kirchengemeinde einen Sohn und eine Tochter gewaltsam weg,
weil die Mutter vom Islam zum Christentum konvertierte. Die Kinder wurden in die Obhut
eines muslimischen Geistlichen gegeben und werden islamisch erzogen. Die Islamisten hätten
auch die Mutter ergriffen, berichtete Yaro weiter. Ihr Schicksal sei unbekannt und der Vater sei
gezwungen worden, Sokoto zu verlassen, um sein Leben zu retten. Yaro hat einen weiteren Fall
von Entführung und Zwangsbekehrung an den Verband der Christen in Nigeria (CAN) gemeldet, wo man ermittelt.
Pastor Tayo Atiniku, Sekretär der Pfingstgemeinschaft von Nigeria in Sokoto, berichtete über
zwei weitere Fälle: Vor drei Jahren sei die 17-jährige Grace von Muslimen entführt worden und
seither spurlos verschwunden. Ein weiteres christliches Mädchen, Tochter eines christlichen Polizeibeamten, habe man vor kurzem entführt, zum Übertritt zum Islam gezwungen und ohne
die Zustimmung ihrer Eltern mit einem Muslim verheiratet. Ihr Vater habe sie mit Waffengewalt
„retten müssen", so Atiniku. Führende Christen sind besorgt, dass dieser Entführungstrend
zunimmt und zu Spannungen zwischen Muslimen und Christen führt. Sie stimmen damit
überein, dass die nigerianische Regierung von den Entführungen wisse. Diese habe aber bislang
nichts zum Schutz christlicher Kinder vor religiös motivierten Entführungen getan.
Compass Direct