31.08.2007
Ägypten: Haftstrafe für christliche Menschrechtler um weitere 10 Tage verlängert
IGFM: Todesstrafe für Konvertiten gefordert - Christliche Menschenrechtler willkürlich in Haft
Ägypten: Haftstrafe für christliche Menschrechtler um weitere 10 Tage verlängert
IGFM: Todesstrafe für Konvertiten gefordert - Christliche Menschenrechtler willkürlich in Haft
Kairo / Frankfurt am Main (27. August 2007) – Die Internationale Gesellschaft für
Menschenrechte (IGFM) fordert die ägyptischen Behörden auf, die Gefängnisstrafe von Dr.
Adel Fawzy Faltas und Peter Ezzat, zwei Mitglieder der Menschenrechtsorganisation Middle
East Christian Association (MECA), aufzuheben. Die beiden wurden festgenommen, nachdem
die Organisation MECA sich unter anderem für den Konvertiten Mohammed Ahmed Hegazy
eingesetzt hatten. Sie sind bereits seit dem 8. August 2007 ohne eine formelle Anklage in Haft.
Ohne Angabe von Gründen verlängerte der Staatsanwalt des Kairoer Staatssicherheitsamtes,
Mohammed al-Faisal, am 21. August die Haft der Menschenrechtler Dr. Adel Fawzy Faltas und
Peter Ezzat bis zum 4. September, kritisiert die in Frankfurt ansässige IGFM. Der inoffizielle
Vorwurf gegen die beiden christlichen Menschenrechtler war ursprünglich, den Islam beleidigt,
den Ruf Ägyptens verunglimpft und Muslime zum Christentum bekehrt zu haben. Während den
Ermittlungen beschuldigte al-Faisal Faltas und Ezzat außerdem, öffentliche Unruhen ausgelöst
zu haben.
Der Hauptgrund für die Festnahme der beiden, so Rechtsanwalt Peter Ramses al-Nagar, sei ihr
Engagement für den Konvertiten Mohammed A. Hegazy gewesen. Faltas habe eine Woche vor
seiner Festnahme ein online Interview mit Hegazy geführt, das für öffentliche Diskussionen
sorgte. Nach Meinung der ägyptischen Medien, so al-Nagar, sind Ezzat und Faltas in Haft, da
sie den Konvertiten zum Christentum bekehrt hätten.
Der Fall Hegazys wird in der ägyptischen Öffentlichkeit sehr emotional diskutiert. Die
islamischen Gelehrten Scheich Gad al-Ibrahim und Scheich Youssef al-Badri, sowie Souad
Saleh, ehemalige Dekanin der Hochschule für Frauen der Al-Azhar Universität, verlangen für
Hegazys Konversion, wie in der Scharia vorgesehen, die Todesstrafe. Die IGFM befürchtet, dass
die Diskussion militante Muslime zu Anschlägen und anderen Übergriffen veranlassen könnte.
In den vergangenen Monaten ist es immer wieder zu Ausschreitungen gegen Christen
gekommen, so die IGFM. Aufgrund dieser und anderer Bedrohungen, legte sein erster Anwalt
Mamdoh Nakhla die Verteidigung ab, und Hegazy selbst musste untertauchen.
Die IGFM kritisiert das Vorgehen der ägyptischen Behörden und appelliert an die Regierung
Mubarak, sich demonstrativ für Faltas und Ezzat einzusetzen. Sie erinnert den Staat Ägypten
daran, dass laut der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte niemand willkürlich in Haft
gehalten werden darf (Artikel 9).
Weitere Informationen unter www.menschenrechte.de