30.07.2007
Afghanistan: Taliban entführen über 20 südkoreanische Christen
Die entführten Entwicklungshelfer waren ohne Schutz im Reisebus unterwegs
Afghanistan: Taliban entführen über 20 südkoreanische Christen
Die entführten Entwicklungshelfer waren ohne Schutz im Reisebus unterwegs
K a b u l (idea) 21.07.07 – In Afghanistan sind mehr als zwanzig südkoreanische Christen
entführt worden. Sie waren ohne besonderen Schutz in einem Bus von Kandahar nach Kabul
unterwegs gewesen. Das Fahrzeug wurde rund 175 Kilometer südlich von Kabul von
bewaffneten Männern angehalten, die Insassen verschleppt.
Das meldet der Nachrichtendienst Assist (Lake Forest/US-Bundesstaat Kalifornien). Laut einem
Sprecher des afghanischen Innenministeriums handelt es sich um 18 Frauen und 5 Männer. Über
die genaue Zahl gibt es allerdings widersprüchliche Angaben. Die Taliban, die sich zu der Tat
bekennen, sprechen nur von 18 Entführten. Es handelt sich bei den Verschleppten um eine
Gruppe Christen, die als Freiwillige in Afghanistan Entwicklungshilfe leisten. Nach
Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sind sie Mitglieder einer evangelikalen
presbyterianischen Gemeinde in Seoul, die stark missionarisch ausgerichtet ist. Über die
Forderungen der Entführer ist noch nichts bekannt. Am 18. Juli sind in Afghanistan auch zwei
Deutsche von Unbekannten verschleppt worden. Die Taliban fordern den Abzug aller deutschen
Soldaten aus Afghanistan. Laut Medienberichten sollen die beiden Geiseln Samstagmittag
afghanischer Zeit ermordet worden sein, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen
Abzug abgelehnt hatte. (Im Fall der vor einer Woche verschleppten 23 Südkoreaner bestätigte
die Regierung in Seoul, dass zwei der Geiseln ermordet wurden. Anm. d.Red)