02.06.2007

Pakistan: Christen in Nordwestpakistan fordern Polizeischutz wegen Bombendrohungen

Christen in der North West Border Province (Nordwest Grenzprovinz) von Pakistan erhielten
einen anonymen Brief, in dem sie aufgefordert wurden, bis zum "kommenden Donnerstag" zum
Islam überzutreten. Für den Fall, dass sie dieser Aufforderung nicht nachkommen wurden
Bombenattentate angedroht. Einige christliche Familien haben daraufhin die Gegend verlassen,
die übrigen leben in Angst.
Die Polizei hat nach eigenen Angaben die Sicherheitsvorkehrungen vor Kirchen verstärkt, doch
die Christen fühlen sich nicht ausreichend beschützt. "Wir sind in großer Gefahr und brauchen
Schutz", sagte Michael John, ein leitender Vertreter der katholischen Kirche in Pakistan und
Parlamentsabgeordneter. Ein Drohbrief, in dem die Christen aufgefordert wurden, die Stadt
Charsadda zu verlassen, wurde ihm an seiner Wohnadresse zugestellt.
In der Stadt Charsadda gab es in letzte Zeit viele Gewaltakte: Im April riss ein
Selbstmordattentäter 28 Menschen bei einer Kundgebung in den Tod. Innenminister Aftab
Ahmad Khan Sherpao, dem der Anschlag gegolten hatte, kam mit leichten Verletzungen davon.
Im Ort leben etwa 500 christliche Familien, die meisten von ihnen bzw. ihre Vorfahren sind vor
Gründung des Staates Pakistan aus Indien eingewandert.
"Wir fürchten, dass die Extremisten es leicht haben werden, unsere Leute anzugreifen", sagte
Shabaz Bhati, Sprecher für Religiöse Minderheiten.
Militante Islamisten, die in der Nordwest Grenzprovinz fast unbehelligt agieren können, führen
dort schon seit längerer Zeit einen Feldzug gegen das "Laster" und "unislamische Aktivitäten".
Unter anderem werden immer wieder Musik- und Videogeschäfte in die Luft gesprengt.
Quelle: BBC (Britischer Rundfunk - Homepage)