22.06.2007
Mexiko/Chiapas: Weiterhin kein Wasser für Evangelikale in Los Pozos
Dorfherren weigern sich, Christen an die Wasserversorgung anzuschließen
Mexiko/Chiapas: Weiterhin kein Wasser für Evangelikale in Los Pozos
Dorfherren weigern sich, Christen an die Wasserversorgung anzuschließen
LOS ANGELES, 04. Juni 2007 – Noch immer sind evangelikale Christen im mexikanischen
Bundesstaat Chiapas von der Wasserversorgung ausgeschlossen und müssen lange Fußmärsche
zu entlegenen und verschmutzten Brunnen auf sich nehmen. Im April hatten die Stadtoberen ein
Abkommen unterzeichnet, die im Januar 2007 von ihnen stillgelegte Wasserzufuhr zu den
Anschlüssen der Christen, wieder herzustellen. Zuvor hatten die Kaziken (Dorfherren) 65
Christen aus Los Pozos mit Ausweisung gedroht und die Wasserzufuhr für mehrere christliche
Familien eingestellt, da die Christen diverse religiöse Feste nicht mitfinanzieren wollten. Das
Abkommen vom 23. April fordert die Kaziken von Los Pozos auf, die Drohung, 65 Christen aus
dem Ort auszuweisen, zurückzunehmen und die Familien wieder an die Wasser- und
Stromversorgung anzuschließen. Ebenso wurde „traditionalistischen Katholiken", die eine
Mischung von indianischen Ritualen und Katholizismus praktizieren, untersagt, die
Evangelikalen zur Mitfinanzierung ihrer religiöser Feste zu zwingen. Die Evangelikalen sehen
diese Feste, zu denen viel Alkohol getrunken wird, als Götzendienst an. Von Maria E. Gomez
Ton, einer 27-jährigen vierfachen Mutter, erfuhr der Informationsdienst Compass Direct, dass
sie zum Wasserholen dreimal täglich über anderthalb Kilometer zu Fuß unterwegs sei. Carmela
Santis Lopez (38) sagte, ihre Kinder seien vom Baden und Waschen mit Wasser aus einem
verschlammten Brunnen krank geworden.
Gottesdienstbesucher verhört und bedroht
Der Anwalt und Pastor Esdras Alonso Gonzales sagte gegenüber Compass Direct, dass bis auf
die Wasserzufuhr das Abkommen respektiert werde. „Wir wissen aber nicht, wann sie das
Wasser wieder laufen lassen.“ Er sei allerdings froh darüber, dass die Mitglieder der
evangelikalen Alas-de-Aguila-Gemeinde nicht mehr an Heiligentagen mitfeiern mussten. Vor
Unterzeichnung des Dokuments hatten die Stadtoberen von Los Pozos auswärtigen Christen
verboten, die Evangelikalen dieser Gegend zu besuchen, Gottesdienste der Gemeinde Alas de
Aguila [Adlersflügel] wurden unterbrochen und Gottesdienstbesucher verhört und bedroht, so
Anwalt Esdras Alonso Gonzales. Mit dem Abkommen vom 23. April müssen örtliche Stellen
auch wieder das Recht zum Sammeln von Feuerholz erteilen und die Verteilung staatlicher
Lebensmittelhilfen und Düngemitteln wieder aufnehmen, die sie den christlichen Tzotzil-Mayas
entzogen haben. Derzeit werde die Angelegenheit vom zuständigen Regierungsbüro geprüft,erfuhr Compass.
Compass Direct