21.11.2007

Türkei: Prozess zur Ermordung dreier Christen in Malatya beginnt am 23.11.

Ein weiterer Pastor sollte ebenfalls getötet werden

Türkei: Prozess zur Ermordung dreier Christen in Malatya beginnt am 23.11.

Ein weiterer Pastor sollte ebenfalls getötet werden

ISTANBUL, 9. November 2007 - Der 3. Strafgerichtshof von Malatya/Türkei hat den 23.
November als Termin für die Eröffnungsverhandlung gegen die geständigen Mörder der
türkischen Konvertiten Necati Aydin und Ugur Yuksel sowie des deutschen Christen Tilman
Geske angesetzt. Die drei protestantischen Christen wurden am 18. April 2007 im Büro des
Zirve-Verlages in der südtürkischen Provinz Malatya gefoltert und getötet. Nach sechs
Monaten geheimer Ermittlungen hatten Staatsanwälte formell Anklage gegen Emre Gunaydin,
Abuzer Yildirim, Hamit Ceker, Cuma Ozdemir und Salih Guler erhoben und wegen Gründung
einer bewaffneten Gruppe und der Ermordung der Opfer jeweils dreimal lebenslängliche Haft
gefordert. Die fünf Angeklagten sind zwischen 19 und 20 Jahre alt. Wegen Beihilfe sind
weitere sieben Personen, die ungenannt blieben und nach Medienberichten noch auf freiem
Fuß sind, angeklagt.
Christen als Feinde der Nation dargestellt
Eine Zeitung zitierte den Angeklagten Emre Gunaydin, den mutmaßlichen Anführer, mit der
Aussage: „Wir haben aus Angst, sie würden unseren Familien etwas antun, gemordet." Die
weit verbreitete Hürriyet machte einen protestantischen Pastor aus dem Westen der Türkei zur
Zielscheibe, indem sie seinen Namen in ihrer Schlagzeile nannte. Im Bericht wurde Gunaydins
Behauptung zitiert, er habe geplant, auch den Pastor zu töten. In den meisten Nachrichten
wurden auch Gunaydins Behauptung verbreitet, die Christen würden Mädchen des Ortes in die
Prostitution zwingen. „Aus den Aussagen der Verdächtigen geht klar hervor, dass hinter ihnen
eine Gruppe mit mächtigem Einfluss steht", erfuhr der Informationsdienst Compass Direct
vom Sprecher der Allianz protestantischer Kirchen in der Türkei. „Diese Leute wollen die
Protestanten der Türkei als Feinde der Nation darstellen." Als Motiv für die grausame Folter
und Ermordung Aydins, Yuksels und Geskes hatten die Täter angegeben, sie wollten Christen
davon abhalten, den Islam und die türkische Nation zu diffamieren. Die drei ermordeten
Christen hinterlassen zwei Witwen, fünf Kinder und eine Verlobte.
Compass Direct