18.10.2007
Indien: Evangelist erschossen
Polizei geht von einem geplanten Mord aus – Dorfbewohner flüchteten
NEU-DELHI, 02. Oktober 2007 – Im indischen Bundesstaat Jharkhand wurde ein Evangelist
erschossen. Nach Angaben der Polizei soll der Mord an Ajay Topno wegen des
Religionswechsels dreier Familien eines Stammes zum Christentum von Dorfbewohnern
unterstützt worden sein. Der 38-Jährige, der für den christlichen Sender „Trans World Radio“
arbeitete, wurde am 19. September im Dschungel nahe des Dorfes Sahoda, im Kreis
Lapung/Bezirke Ranchi gefunden. „Mindestens drei Familien von Stammesangehörigen aus
Sahoda waren zum Christentum übergetreten, was einige Dorfbewohner verärgerte, die sich
miteinander trafen und beschlossen, diese Familien zum Hinduismus ´zurückzubekehren´", teilte
Inspektor Rajesh Mandal von der Polizeistation Lapung dem Informationsdienst Compass
Direct mit. „Nachdem sie die Familien zurückbekehrt hatten, organisierten die Bewohner die
Ermordung Topnos durch einen örtlichen Kriminellen, der ihn erschoss." Nachdem der
Leichnam des Evangelisten gefunden wurde, seien einige Dorfbewohner geflohen, sagte
Mandal, doch die Polizei sei sich „sicher, dass wir die Mörder bald fassen können". Im
Bundesstaat Jharkhand gibt es unter den 27 Millionen Einwohnern eine Million Christen.
Obwohl die Kongresspartei in Jharkhand regiert, sind Hindu-Extremisten in vielen Gegenden
aktiv. Radikale Hindus bezichtigen Christen, durch materielle Anreize die größtenteils arme und
ungebildete Bevölkerung zum Religionswechsel zu verführen. Schätzungen zufolge haben
jedoch rund 20 Prozent der Christen in Indien einen Stammeshintergrund und sind keine
Hindus. Nationalistische Hindus behaupten jedoch, sie seien Anhänger des Hinduismus.
Compass Direct/OpenDoors