04.09.2007
Mexiko: Haftstrafen für Acteal-Gefangene auf 26 Jahre erhöht
Evangelikale Christen sollen an gewalttätigen Übergriffen beteiligt gewesen sein
Mexiko: Haftstrafen für Acteal-Gefangene auf 26 Jahre erhöht
Evangelikale Christen sollen an gewalttätigen Übergriffen beteiligt gewesen sein
(Open Doors), 21. August 2007- In Mexiko wurde die Haftstrafe von 17 Männern von je 25
Jahren um ein weiteres Jahr erhöht. Die Männer aus der Gefangenen-Gruppe 223/97, darunter
auch evangelikale Christen, sollen an einer gewalttätigen Auseinandersetzung vor zehn Jahren
im Bundesstaat Chiapas, bei der 47 einheimische Tzozil-Indianer umkamen, beteiligt gewesen
sein. Die Gefangenen beteuern ihre Unschuld. Am 23. Juli 2007 verurteilte Richter Martin
Rangel Cervantes die Männer, die bereits seit Jahren ihre Strafen verbüßen, zu einem
zusätzlichen Jahr und ordnete die Zahlung einer Geldbuße von umgerechnet 166.500 Euro als
Schadensersatz für die Familien der Opfer an. Das Hilfswerk Open Doors arbeitet gegenwärtig
mit dem Zentrum für Wirtschaftsforschung und Bildung (CIDE) zusammen, das die 60 000
Seiten starken Verteidigungsakten des Acteal-Prozesses überprüfte. CIDE-Anwälte kommen zu
dem Schluss, dass es klare Beweise für die Unschuld der meisten Angeklagten gibt. Acht
Anwälte wollen Möglichkeiten prüfen, in Berufung zu gehen.
Hintergrund:
Am 22. Dezember 1997 kam es in der Ortschaft Acteal im mexikanischen Bundesstaat Chiapas
nach politischen Streitigkeiten zu einer bewaffneten Konfrontation bei der 47 einheimische
Tzotzil-Indianer getötet wurden. Die Suche nach den Beteiligten dieses Massakers endete mit
der Festnahme und Inhaftierung von 90 Menschen, von denen 85 uns-chuldig sind - darunter 35
evangelikale Gläubige aus den Gemeinden des Verwaltungsbezirks Chenalho. Die Ermittlungen
ergaben keine rechtsgültigen Beweise, die die Verhaftung der unschuldigen Männer
gerechtfertigt hätte. Und trotz der vielen dokumentierten Vers-töße gegen eine ordentliche
Prozessführung war die Verteidigung der Inhaf-tierten nicht erfolgreich. Die Männer wurden zu
Haftstrafen von bis zu 36 Jahren verurteilt. Die Gefangenen wurden in drei Gruppen aufgeteilt:
Die 23 Männer aus Fall 224/97 sitzen Haftstrafen von 36 Jahren ab. In der zweiten Gruppe (Fall
223/97) sind derzeit 17 Männer, deren Strafmaß im Juli 2007 auf 26 erhöht wurde. Die 39
Männer der dritten Gruppe (Fall 46/98) verurteilte man zu 25 Jahren Haft. Die Männer sitzen im
Hochsicherheitsgefängnis El Amate in Cintalapa/Chiapas ein. Das Gefängnis liegt zwei
Stun-den von Tuxtla Gutierrez, der Hauptstadt von Chiapas, entfernt. Sie sind fünf Autostunden
von ihren Familien entfernt.
Compass Direct/OpenDoors