20.07.2020

Frankreich: Jeden Tag werden zwei Kirchen beschädigt

Süddeutsche Zeitung: 2018 gab es mehr als 1.000 antichristliche Verbrechen

München/Nantes (idea) – Jeden Tag werden in Frankreich zwei Kirchen beschädigt. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung (Ausgabe 20. Juli). Hintergrund für den Beitrag der Tageszeitung ist das Feuer in der Kathedrale von Nantes. Es war am 18. Juli an drei unterschiedlichen Stellen ausgebrochen. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung, zieht aber Medienberichten zufolge auch einen technischen Defekt in Betracht. Ein 39-jähriger ehrenamtlicher Mitarbeiter der (katholischen) Diözese Nantes, der zeitweilig in Polizeigewahrsam war, ist wieder auf freiem Fuß. Bei dem Brand wurde die Orgel aus dem 17. Jahrhundert sowie ein Fassadenfenster aus dem 15. Jahrhundert zerstört.

Synagogen und Moscheen werden prozentual betrachtet häufiger angegriffen

Dem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge hat der Brand die Debatten am Wochenende in Frankreich dominiert. Das liege auch daran, dass Vandalismus in Kirchen ein großes Thema sei. Seit 2008 habe sich die Zahl der Verbrechen gegen religiöse Orte verdreifacht. 2018 habe es mehr als 1.000 antichristliche Verbrechen gegeben. Es handle sich vor allem um Vandalismus und Diebstähle. Die Täter seien meistens Jugendliche und handelten „äußerst selten“ aus ideologischen Gründen oder aus Überzeugung. Mit Blick auf die Gesamtzahl der Straftaten sei die katholische Kirche, die rund 45.000 Gotteshäuser habe, am stärksten betroffen. Prozentual betrachtet würden aber Synagogen und Moscheen deutlich häufiger angegriffen: 2018 seien neun Prozent der Synagogen, 4,5 Prozent der Moscheen und zwei Prozent der Kirchen betroffen gewesen.