16.04.2008

Arabische Welt: Neue Regeln für arabisches Satelliten-TV

Keine Angriffe auf Regierungen oder Religionen erlaubt.

Arabische Welt: Neue Regeln für arabisches Satelliten-TV

Keine Angriffe auf Regierungen oder Religionen erlaubt.

G r a n d R a p i d s / N i k o s i a (idea) - 19.02.08– Engere inhaltliche Grenzen für das Satellitenfernsehen im arabischen Raum zieht eine neue Charta, die von Ägypten und Saudi-Arabien unterstützt wird. Danach dürfen Fernsehkanäle die politischen Führungen und die religiösen Symbole arabischer Länder nicht verunglimpfen.

Wer gegen die Auflagen verstößt, riskiert den Verlust der Sendelizenz. Wie der Informationsdienst Mission Network News (Grand Rapids/US-Bundesstaat Michigan) weiter berichtet, sollen die Fernsehsender auf alle Programminhalte verzichten, die Gott, die monotheistischen Religionen, die Propheten oder die Symbole der verschiedenen Religionsgemeinschaften in Frage stellen. Noch sei unklar, welche Auswirkungen der Kodex auf die christlichen Programmanbieter habe. Wie David Harder vom christlichen Sender SAT7 (Nikosia/Zypern) dem Informationsdienst mitteilte, sei die Leitung nicht sonderlich beunruhigt. Es scheine, als ob sich die Auflagen vor allem gegen Kanäle wendeten, die entweder politisch-oppositionelle Ansichten verbreiten oder eine Religion speziell angreifen. Dies sei bei SAT7 nicht der Fall: „Wir reden nicht über Politik oder politische Anführer, wir greifen nicht die eine oder andere Religion an. Wir reden von Jesus." Ein Ziel von SAT7 sei, das Verständnis zwischen verschiedenen Gruppen in der arabischen Welt zu fördern. SAT7 arbeitet eng mit rund 20 traditionellen, meist orthodoxen Kirchen des Orients zusammen. Der 1996 gegründete Sender erreicht Umfragen zufolge zwischen fünf und sechs Millionen Zuschauer pro Woche im Mittelmeerraum und am Persischen Golf. Er unterhält drei Kanäle: SAT7-Arabic, SAT7-Pars (Persisch und Türkisch) und SAT7-Kids für Kinder.