16.04.2008

China: Weltweite Olympia-Gebetskampagne für verfolgte Christen

Staatliche Anti-Missions-Kampagne schränkt Hilfsdienste von Open Doors ein Rund 4,6 Millionen Bibeln erreichten die chinesische Kirche im vergangenen Jahr

China: Weltweite Olympia-Gebetskampagne für verfolgte Christen

Staatliche Anti-Missions-Kampagne schränkt Hilfsdienste von Open Doors ein

Rund 4,6 Millionen Bibeln erreichten die chinesische Kirche im vergangenen Jahr

 

K E L K H E I M, 31. März 2008 – Wenige Monate vor Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking hat die Regierung bei der systematischen Verfolgung von Hausgemeindechristen nicht eingelenkt. Nun mussten einige Dienste des Hilfswerks für verfolgte Christen Open Doors in China aus Sicherheitsgründen vorerst eingestellt werden. „Wir erleben derzeit eine regelrechte Angriffswelle gegen Christen. Daher braucht die Kirche die Unterstützung ausländischer Glaubensgeschwister“, sagte Markus Rode, Deutschland-Leiter des überkonfessionellen Hilfswerkes (Kelkheim bei Frankfurt am Main). Zu diesem Zweck initiierte das Werk eine bis zum Sportereignis im August laufende internationale Gebetskampagne für China und ruft zur Solidarität mit den schätzungsweise 80 Millionen Christen auf. Rund 80 Prozent von ihnen versammeln sich in von der Regierung für illegal erklärten Hausgemeinden und somit nicht in staatlich genehmigten Kirchen. Seit Start der Gebetskampagne Anfang des Jahres haben sich bereits Hunderte von Christen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bereit erklärt, wöchentlich zehn Minuten für China zu beten. Zur Kampagne kann ein Sonderheft und eine DVD* mit Hintergründen, Hilfsprojekten und Gebetsanliegen bestellt werden. Seit den 1970er Jahren unterstützt Open Doors besonders die trotz Verfolgung wachsende Hausgemeindebewegung. Im vergangenen Jahr wurden rund 4,6 Millionen Bibeln, Kinderbibeln und –materialien sowie Studienbibeln nach China geliefert. Ferner fanden rund 13.000 theologische Schulungen für Gemeindemitarbeiter statt.

Regierung verbietet christliche Aktionen

Im Vorfeld von Olympia hat die Regierung bei der Umsetzung ihrer Anti-Missions-Kampagne („Taifun Nr. 5“) viele Hausgemeinden geschlossen, Gemeindeleiter unter Hausarrest gestellt, Christen verhaftet oder in Umerziehungslager deportiert. Aufgrund dieser Maßnahmen werden einige Hilfsdienste von Open Doors wie Schulungen von Kirchenleitern und die Literaturverteilung stark beeinträchtigt. Viele Tagungen wurden abgesagt, nachdem Beamte einheimische Kontaktpersonen bedrohten. Wer sich den staatlichen Repressalien widersetzte, wurde drangsaliert oder verhaftet. Beamte des Büros für öffentliche Sicherheit (PSB) durchsuchten deren Häuser, verboten weitere Aktivitäten und beschlagnahmten Bibeln und christliche Literatur. Hausgemeindepastoren in den Austragungsstädten berichten von regelmäßigen Hausdurchsuchungen und Gefängnis- oder Geldstrafen. Beamte haben ein Schulungsseminar verboten, das Timothy (Name geändert), Leiter eines Hausgemeindenetzwerkes, auf Einladung in einer staatlichen Drei-Selbst-Kirche durchführen sollte. Sein Telefon wird abgehört. Ein in einer entlegenen Gegend organisiertes Jugendlager wurde kurz nach Eröffnung von der Polizei geräumt. In staatlichen Universitäten überwachen Beamte den E-Mailverkehr der Studenten. Dadurch konnten sie eine Liste von Christen, die einem Jugendnetzwerk angehören und das Evangelium an Kommilitonen weitergeben, erstellen. Jede Person auf der Liste wurde aufgesucht und verwarnt. Über 100 ausländische Christen, die viele Jahre in China lebten und arbeiteten, wurden festgenommen, verhört oder abgeschoben.

* Die Sonderausgabe „Die Kirche in China – Heftige Verfolgungswelle vor der Olympiade“ kann bestellt werden unter info@opendoors-de.org oder Telefon 06195-67670.