17.04.2008

Islam: Religionsfreiheit auf dem Prüfstand - Die taufe des ehemaligen Moslem Madgi Allam

AKREF/JJ 4.4.2008  -  Schon seit einigen Jahrzehnten treibt der Westen durch die Revolution in der Kommunikations- und Informationstechnik eine Kultur der globalen Offenheit voran. Doch Offenheit ist eine existentielle Bedrohung für repressive Diktaturen, korrupte politische Systeme und falsche Religionen. Im Kampf um ihr Überleben versuchen sowohl repressive Diktaturen als auch diktatorische Religionssysteme, sich selbst durch Einschränkung der Religionsfreiheit, Unterdrückung des freien Informationsaustauschs und Bestrafung von Dissidenten zu schützen.

Die von Angst vor Übertritten ihrer Anhänger zu anderen Religionen geplagten diktatorischen Vertreter des Islams sehen sich notwendigerweise gezwungen, nicht nur die repressive Scharia mit ihren teils grausamen Strafen in den Ländern mit moslemischer Bevölkerungsmehrheit neu zu beleben, so z.B. die Einführung der Todesstrafe für Abfall vom Islam im Iran, sondern versuchen darüber hinaus, die Scharia durch die „Islamisierung“ von Menschenrechten und Gesetzen in die internationale Arena zu tragen (man denke an die gescheiterten Versuche islamischer Leiter, die Scharia in Stadtvierteln mit moslemischer Mehrheit in Großbritannien einzuführen bzw. die in mehreren Ländern, darunter Kanada, bestehenden Bestrebungen, dass Staatsbürger islamischen Bekenntnisses ihre Ehe und andere Lebensbereiche der Scharia anstelle des bürgerlichen Rechts unterstellen können).

Vor diesem Hintergrund hat Papst Benedikt XVI durch die öffentliche Taufe des in Ägypten geborenen italienischen Journalisten und Konvertiten vom Islam zum Katholizismus, Magdi Allam einen entscheidenden und sehr mutigen Schritt zur Verteidigung der Religionsfreiheit, insbesondere des  Rechtes auf Konversion vom Islam zu anderen Religionen gesetzt. In Ägypten hingegen wurde dem Obersten Verfassungsgerichtshof die Frage zur Entscheidung vorgelegt, ob die Gesetze, durch die Religionsfreiheit gewährt wird, nicht Artikel 2 der Verfassung verletzen, in dem es heißt, dass der Islam Staatsreligion und die islamische Rechtsprechung (Scharia) die Hauptquelle der Gesetzgebung ist. Islamische Gelehrte sprachen von einem „provokativen Akt“. Auch der Mailänder Imam Yahya Pallavicini sprach sich dagegen aus und bezeichnete die Taufe als eine „Gefahr für den Dialog zwischen Moslems und Christen“. Kann also der christlich-moslemische Dialog nur dann vorangehen, wenn die Kirche bereit ist, den Anspruch des Islam auf lebenslänglichen Besitz der Herzen, Seelen und Körper seiner Anhänger anzuerkennen?

Magdi Allam bezeugt seinen Glauben mit folgenden Worten: „So sah ich schließlich durch Gottes Gnade das Licht ... Das Wunder der Auferstehung Christi schien durch meine Seele und befreite sie von der Finsternis“.  Diese neue Freiheit in Christus soll ihm nicht genommen werden. Mit seinem mutigen Vorgehen zeigt uns heute Benedikt XVI, dass wir die Angst überwinden und die Wahrheit Jesu auch vor Moslems bezeugen müssen.

Magdi Allam schreibt: „Für meinen Teil sage ich, dass es Zeit ist, den Beschimpfungen und der Gewalt von Moslems, die die Freiheit, seine Religion selbst zu wählen, nicht respektieren, ein Ende zu setzen. In Italien gibt es Tausende Konvertiten, die zum Islam übergetreten sind und ihren neuen Glauben in Frieden leben. Gleichzeitig gibt es Tausende ehemalige Moslems, die Christen geworden sind. Diese sind gezwungen, ihren Glauben zu verstecken, aus Angst vor moslemischen Extremisten, die in unserer Mitte lauern.“ Während Italiener, die Moslems geworden sind, volle Freiheit genießen, leiden zum Christentum übergetretene ehemalige Moslems unter großer Einsamkeit, unter dem mangelnden Schutz durch die öffentlichen Institutionen und dem Schweigen der Kirche. Magdi Allam gibt seiner Hoffnung Ausdruck, dass die historische Geste des Papstes, ihn öffentlich zu taufen, und seine Zeugnis zu der Erkenntnis führen werden, dass es Zeit ist, die „neuen Katakomben der Konvertiten aus dem Islam“ zu verlassen.

Quelle: Kommission für Religionsfreiheit der WEA, Übersetzung ÖEA