20.12.2008
Russland: Kalte Zeiten für Moskauer Pfingstgemeinde
AKREF/JJ - 20.12.2008 - Eine der größten Pfingstgemeinden Moskaus, die Emmanuelgemeinde, muss sich bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in einem Zelt versammeln. „Wir haben sonst keinen Ort, an den wir gehen könnten", sagte Bakur Azaryan, einer der Pastoren der Gemeinde. Die Gemeinde hat vor Jahren das Gebäude eines ehemaligen Arbeiterclubs gekauft, doch wird ihr von den Behörden bisher das Recht auf das mit diesem Gebäude verbundene Grundstück verweigert. Ohne das Recht, den über die reine Gebäudefläche hinausgehenden Teil des Grundstücks von etwa 150 m2 zu besitzen, zu mieten oder zu nutzen kann sie auch das Gebäude nicht nutzen oder renovieren. Und das, obwohl das Moskauer Architektur- und Stadtplanungskomitee bereits im August 2007 bestätigt hat, dass das mit dem von der Emmanuelgemeinde erworbenen Gebäude verbundene Grundstück neben den etwa 600 m2 Gebäudegrundfläche auch diese unverbauten 150 m2 umfasst. Der Mietvertrag für die bisher von der Gemeinde gemieteten Räume in einem Kulturzentrum wurde offensichtlich unter staatlichem Druck im April 2008 aufgelöst. Ohne ein festes Gebäude kann die Emmanuelgemeinde auch ihr theologisches Seminar nicht genehmigen lassen. Diesem droht die Auflösung, weil es ohne staatliche Genehmigung betrieben wird.
Überdies haben sich die Lokalbehörden des Stadtteils Solntsevo gegen die von bis zu 700 Menschen besuchten Gottesdienste in dem Zelt vor dem Gebäude ausgesprochen.
Protestantische Gemeinschaften in Moskau und auch von außerhalb der Stadt, die meist über keine eigenen Gebäude verfügen, haben über andauernde Probleme beim Anmieten von Räumlichkeiten berichtet. Die Mehrheit der Gebäude befindet sich nach wie vor in staatlichem Besitz.
Quelle: Forum 18 News Service, Oslo
Übersetzung: AK Religionsfreiheit der österreichischen evangelischen Allianz