14.02.2008
Ägypten: Das Oberste Verwaltungsgericht erlaubt Wechsel vom Islam zum Christentum
Kairo/Ägypten, 11.02.2008 (KAP) Das Oberste Verwaltungsgericht in Ägypten hat den
Glaubenswechsel von zwölf Muslimen zum Christentum anerkannt. Allerdings handle es sich
bei den Konvertiten um koptische Christen, die erst zum Islam übergetreten waren und nun zu
ihrem Ursprungsglauben zurückgekehrt seien, meldete der römische Pressedienst "AsiaNews"
am 11. Februar.
Das Gericht hob damit ein anderslautendes Urteil einer niedrigeren Instanz auf, die den Wechsel
zum Christentum für widerrechtlich erklärt hatte. Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts
könne die Rückkehr zur früheren Religion nicht als Glaubensabfall gewertet werden, so der
Pressedienst.
Von einem "guten Schritt in Richtung Religionsfreiheit in Ägypten" sprach ein Anwalt der
Konvertiten laut "AsiaNews". Einer der Männer erklärte, er sei glücklich, dass seine Kinder nun
auch als Christen registriert würden.
Ägypten ist der Verfassung nach ein islamischer Staat und der Islam ist Staatsreligion.
Theoretisch gewährt zwar Artikel 18 der ägyptischen Verfassung allen Bürgern
Religionsfreiheit, die in der Praxis aber deutlich eingeschränkt wird. Über den Anteil der
Christen an der mehrheitlich sunnitischen Bevölkerung Ägyptens gibt es keine genauen Zahlen;
Schätzungen gehen von 15 bis 20 Prozent aus.
Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress (KAP), Wien/Österreich