21.07.2008

China: Hauskirchenleiter aus Peking vertrieben

Kontakte zu Ausländern stören "Harmonie" der Olympischen Spiele

China: Hauskirchenleiter aus Peking vertrieben

Kontakte zu Ausländern stören "Harmonie" der Olympischen Spiele

P e k i n g (idea) - 21.07.08 - Im Vorfeld der Olympischen Spiele, die vom 8. bis 24. August in der Volksrepublik China stattfinden, wollen die Behörden offenbar Kontakte regimekritischer Christen zu Ausländern unterbinden.

Wie das Hilfswerks China Aid Association (China-Hilfsvereinigung) mit Sitz in Midland (US-Bundesstaat Texas) berichtet, ist der Präsident der staatlich nicht anerkannten Chinesischen Hauskirchen-Allianz, Pastor Zhang Mingxuan, genötigt worden, sein Haus in Peking zu verlassen. Das Verbot, in seinem Haus, bei Verwandten, Bekannten oder in einem Hotel zu wohnen, wurde mit seinen Kontakten zu den USA begründet. Damit störe er die Harmonie der Olympischen Spiele. Zhang und seine Frau waren schon am 6. Juli aus ihrem Haus im Pekinger Stadtteil Chaoyang vertrieben worden. Das Ehepaar fand Aufnahme bei Freunden. Auch dort spürten die Beamten die Christen auf und forderten sie auf, das Haus zu verlassen. In Hotels durften sie ebenfalls nicht bleiben. Darüber ist Zhangs Ehefrau zusammengebrochen und musste in einem Krankenhaus behandelt werden. Doch auch dort wurde sie nicht geduldet. Die Behörden legten ihr nahe, sich ins Haus ihrer Schwester in Sanhe in der Provinz Hebei zu begeben. Als Zhang in einer Apotheke Medizin für seine Ehefrau kaufte, folgten ihm die Beamten und forderten das Ehepaar auf, das Haus der Schwester zu verlassen.

Rund um die Uhr für China beten

Unterdessen hat das internationale Hilfswerks für verfolgte Christen "Open Doors" (Kelkheim bei Frankfurt am Main) zu einem 24-Stunden-Gebet am Eröffnungstag der Olympischen Spiele aufgerufen. Christen sollten rund um die Uhr für die verfolgte Kirche in China und für inhaftierte Christen beten. Darum hätten Christen in der Volksrepublik das Hilfswerk ersucht. Nach Angaben des Direktors des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit der Weltweiten Evangelischen Allianz, Prof. Thomas Schirrmacher (Bonn), sind zurzeit in China rund 2.000 Leiter staatlich nicht anerkannter Hausgemeinden in Haft. Die Zahl der Christen in China wird auf rund 80 Millionen geschätzt. Die meisten versammeln sich in staatlich nicht registrierten Hausgemeinden, weil sie sich der Kontrolle des Staates nicht unterwerfen wollen. Diese Gemeinden sind bisweilen Übergriffen von Staatsorganen ausgesetzt. Die staatlich anerkannte Drei-Selbst-Bewegung und der Chinesische Christenrat repräsentieren nach offiziellen Angaben etwa 18 Millionen Protestanten. Von den etwa 20 Millionen Katholiken gehören rund sechs Millionen einer regimetreuen Kirche an.