19.06.2008

Indonesien: Spannungen zwischen Christen und Moslems in Papua auf des Messers Schneide

AKREF/JJ 19.06.2008  In einem kürzlich veröffentlichten Bericht der International Crisis Group (ICG) heißt es „Im indonesischen Teil Papuas kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Anhängern der Unabhängigkeit und Regierungskräften. Doch es könnten auch Konflikte zwischen Moslems und Christen ausbrechen, wenn es nicht gelingt, die Spannungen in den Griff zu bekommen.“

Laut ICG sind die eskalierenden Spannungen zwischen den Religionsgemeinschaften auf die fortgesetzte Einwanderung von Moslems aus anderen Teilen Indonesiens und das Auftreten neuer radikaler Gruppen in beiden Religionsgemeinschaften zurückzuführen. Letzteres hat laut ICG dazu geführt, einander als Feinde wahrzunehmen. Weiters werden die Auswirkungen der Konflikte in anderen Teilen Indonesiens genannt.

 In den ICG Bericht wird detaillier beschrieben, wie die geänderte religiöse und demographische Zusammensetzung der Bevölkerung in verschiedenen Städten zu lokal beschränkten aber bedrohlichen kulturellen Konflikten geführt hat. Gewaltausbrüche waren gerade noch zu verhindern, doch schwelen die Spannungen unter der Oberfläche.

Unter den islamischen Gruppen haben sich vor allem Hiz-ut-Tahrir und Salafi Muslims hervorgetan, auf christlicher Seite haben sich extreme charismatische Gruppen nicht immer weise verhalten.

Was Papua am meisten braucht, ist Offenheit und eine international überwachte vollständige Umsetzung des Sonderautonomiegesetzes („Special Autonomy Law“), und zwar bald, bevor es zu Gewalttätigkeiten zwischen den Religionsgemeinschaften und insbesondere gegen die traditionell christliche melanesische Volksgruppe auf Papua kommt.

Quelle: ICG und WEA-RLC, gekürzte deutsche Fassung: OEA