20.06.2008

Aserbaidschan: Polizisten drohen Baptistenpastor

Zaur Balayev wird psychisch stark unter Druck gesetzt

Aserbaidschan: Polizisten drohen Baptistenpastor

Zaur Balayev wird psychisch stark unter Druck gesetzt

B a k u (idea) 14.06.2008 – Droht dem Baptistenpastor Zaur Balayev in Aserbaidschan (Vorderasien) erneut eine Haftstrafe? Das befürchtet die christliche Menschenrechtsorganisation „Forum 18“ (Oslo). Der 45-jährige Pastor war Mitte März nach zehnmonatiger Haft im Zuge einer Amnestie begnadigt worden.

Doch inzwischen tauchten Polizeibeamte regelmäßig in den Gottesdiensten seiner Gemeinde in Aliabad auf und versuchten, sie zu verhindern, berichtet „Forum 18“. Polizeibeamte hätten ihn psychisch stark unter Druck gesetzt, sagte Balayev der Menschenrechtsorganisation. Sie hätten ihn gefragt, ob er aus seiner Haftzeit nichts gelernt habe und ob ihm ein Gefängnisaufenthalt nicht reiche. Mit den Worten „Vielleicht haben Sie keine Angst, aber vergessen Sie nicht, dass Sie auch eine Frau, eine Tochter und einen Sohn haben“ sei auch seine Familie bedroht worden. Die von Balayev beschuldigten Beamten wiesen gegenüber „Forum 18“ diese Vorwürfe zurück. Polizisten: Christen haben in Aserbaidschan nichts zu suchen. Doch der Präsident des Bundes der Evangeliumschristen-Baptisten in Aserbaidschan, Ilya Zenchenko (Baku), bestätigt Balayevs Einschätzung: „Sie haben ihn böse bedroht.“ Die Polizisten seien der Auffassung, dass Aserbaidschan ein islamisches Land sei, „in dem Christen nichts zu suchen haben“. Balayev war im Mai 2007 bei einer Gottesdienstrazzia festgenommen worden. Nach Behördenangaben hatte er sich einer Durchsuchung widersetzt. Dieser Darstellung widersprachen jedoch 50 Augenzeugen. Gleichwohl war Balayev wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Für seine Freilassung hatte sich unter anderem der frühere US-Präsident Jimmy Carter (Plains/US-Bundesstaat Georgia) eingesetzt. In Aserbaidschan gibt es 22 Baptistengemeinden mit rund 3.000 Mitgliedern. 96 Prozent der rund acht Millionen Einwohner des Landes sind Muslime. Die meisten Christen sind russisch-orthodox.