20.06.2008

Indonesien: Christen gefoltert und getötet

Islamische Extremisten brennen 120 Häuser und drei Kirchen nieder

Indonesien: Christen gefoltert und getötet

Islamische Extremisten brennen 120 Häuser und drei Kirchen nieder

J a k a r t a (idea) – In Indonesien ist es wieder zu grausamen Übergriffen islamischer Extremisten auf Christen gekommen. In der rund 2.300 Einwohner zählenden, überwiegend von Christen bewohnten Ortschaft Horale auf der Insel Seram (Südliche Molukken) wurden vier Christen gefoltert und getötet und 56 verletzt. Muslimische Extremisten aus dem Nachbarort Saleman brannten zudem am 2. Mai 120 Häuser, drei Kirchen und die Dorfschule nieder. Das berichtete Ende Mai das Hilfswerk Barnabas Fund (Pewsey/Südwestengland). Den Angaben zufolge wurden drei der vier Todesopfer die Kehle durchgeschnitten. Vorher wurde die 47-jährige Welhelmina Pattiasina gefoltert, und der 84-jährige Edward Unwaru sowie der 39-jährige Josef Laumahina verbrannt, nachdem man ihnen die Kehle durchschnitten hatte. Der 6-jährigen Yola, Enkelin von Welhelmina Pattiasina, wurde der Bauch aufgeschlitzt. 15 Hektar landwirtschaftlicher Fläche wurden verwüstet und 20 Fischerboote sowie zwei Motorräder zerstört. Patrick Sookhdeo, Internationaler Direktor von Barnabas Fund, verweist darauf, dass solche blutigen Übergriffe sich in den vergangenen fünf Monaten auch in anderen entlegenen Gebieten ereignet hätten. Zwischen 1999 und 2001 habe die Region bereits intensive christenfeindliche Gewalt erlebt; es sei zu befürchten dass die Übergriffe wieder aufflackern. Von den rund 220 Millionen Einwohnern Indonesiens sind etwa 80 Prozent Muslime, 16 Prozent Christen, zwei Prozent Hindus sowie jeweils ein Prozent Buddhisten und Angehörigevon Stammesreligionen.