20.06.2008

Nigeria: Konvertit drei Tage nach Bekehrung entführt

OD - 20.06.2008 - Im Norden Nigerias kommt es vermehrt vor, daß Christen mit islamischem Hintergrund entführt werden, um sie dann zum Islam zurückzubringen. Genau dies geschah auch mit Ali Sunasi.

Bis im Februar 2008 besuchte der 21jährige ein staatliches Internat im Bundesstaat Katsina. Seine Mutter ist Christin, sein Vater Muslim. Diese Tatsache hat ihn wohl dazu bewegt, eine Vergleichsstudie zwischen Christentum und dem Islam zu machen. Diese Studie erschütterte sein Leben zutiefst. Am 14. Februar 2008 entschloß sich Ali, Christ zu werden.

Seinem Onkel fiel auf, dass Ali nun nicht mehr zur Moschee ging. Er stellte ihm bezüglich seiner Abwesenheit einige Fragen. Ali erzählte ihm von seiner Bekehrung zu Christus. Er ahnte nicht, dass sein Onkel ihn bei den Ortsbehörden anzeigen würde. Noch weniger ahnte er, dass er vom Internat verwiesen und von der Scharia-Polizei gefangengenommen und in die 120 km entfernte Hauptstadt Kano gebracht werden würde.

Also fand er sich am 17. Februar 2008 – nur gerade drei Tage nach seiner Bekehrung zu Christus – angekettet in einer dunkeln Zelle wieder. Nach Aussagen seiner Mutter Kurma, die ihn besuchen durfte, sei der junge Mann gefoltert worden. Seitdem hat sie keine weiteren Nachrichten von ihrem Sohn erhalten. Die Mitglieder seiner Gemeinde fasten und beten für Ali.

Katsina ist einer der 12 Bundesstaaten im Norden Nigerias, die der Scharia unterstehen. Anhand des islamischen Gesetzes ist es den Muslimen nicht erlaubt, ihre Religion zu verlassen. Wer es dennoch wagt, riskiert entführt, inhaftiert, gefoltert oder gar getötet zu werden. Trotzdem kommen in dieser Region weiterhin Muslime zum Glauben an Jesus Christus.