25.09.2008
Israel: Angriffe auf messianische Juden nehmen zu
US-Kommission: Orthodoxe Juden wie die jüdische Anti-Missionsorganisation Yad L’Achim nehmen Anstoß an Missionsaktivitäten
Israel: Angriffe auf messianische Juden nehmen zu
US-Kommission: Orthodoxe Juden wie die jüdische Anti-Missionsorganisation Yad L’Achim nehmen Anstoß an Missionsaktivitäten
W a s h i n g t o n (idea) - 25.09.08 – In Israel mehren sich Angriffe auf die Religionsfreiheit messianischer Juden, die an Jesus Christus glauben. Das stellt die US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit in ihrem jüngsten Jahresbericht fest, der am 19. September in Washington vorgestellt wurde.
Auch sei die Diskriminierung evangelikaler Gruppen von Juli 2007 bis Juli 2008 leicht gestiegen. Die Spannungen zwischen orthodoxen und ultra-orthodoxen Juden einerseits sowie evangelikalen und jüdisch-messianischen Gemeinden andererseits hätten sich verstärkt. Verantwortlich dafür sei unter anderem die jüdische Anti-Missionsorganisation Yad L’Achim. Trotz der Angriffe wachse die Zahl messianischer Juden und evangelikaler Christen sowohl durch Bekehrung wie durch Einwanderung. Die US-Kommission führt mehrere Beispiele für Übergriffe an. So hätten am 15. Mai Einwohner des Tel Aviver Vororts Or Yehuda, angeführt vom stellvertretenden Bürgermeister Uzi Aharon, Hunderte Neue Testamente vor einer Synagoge verbrannt. Das israelische Außenministerium habe die Aktion ebenso verurteilt wie das Oberrabbinat, das sich jedoch gleichzeitig gegen alle Bekehrungsversuche verwahrt habe. Neben vereinzelten Anschlägen auf messianische Juden werde auch immer wieder von Schwierigkeiten bei der Erteilung von Aufenthaltserlaubnissen für Christen berichtet.
Etwa 15.000 messianische Juden in Israel
Von den 7,3 Millionen Einwohnern Israels (ohne Palästinensergebiete) seien 5,5 Millionen jüdischer Religionszugehörigkeit. Unter den Nicht-Juden stellten Muslime mit 16,5 Prozent die größte Gruppe, gefolgt von den 2,1 Prozent Christen und 1,7 Prozent Drusen. Der Rest verteile sich auf kleinere Gruppierungen. Die Zahl der messianischen Juden wird auf etwa 15.000 geschätzt. In den Palästinensergebieten Westjordanland, Gaza-Streifen und Ost-Jerusalems leben nach Angaben der US-Kommission 4,5 Millionen Einwohner. 98 Prozent seien sunnitische Muslime. Die Zahl der Christen im Westjordanland und Ost-Jerusalem betrage nach Schätzungen etwa 120.000 und im Gaza-Streifen bis zu 2.500. Der Bericht der 1998 gegründeten und im US-Außenministerium angesiedelten Kommission untersucht die Lage der Religionsfreiheit in 198 Ländern. In Birma, China, Eritrea, Iran, Nordkorea, Saudi-Arabien, Sudan und Usbekistan ist danach die Religionsfreiheit am stärksten bedroht.