21.08.2009
Sri Lanka: Christen wollen keine sittenwidrigen Bekehrungen
Katholischer Erzbischof mahnt zur Einheit: Es geht um Religionsfreiheit
Sri Lanka: Christen wollen keine sittenwidrigen Bekehrungen
Katholischer Erzbischof mahnt zur Einheit: Es geht um Religionsfreiheit
Colombo (idea) – Christen in Sri Lanka sind nicht darauf aus, Buddhisten mit sittenwidrigen Mitteln zu bekehren. Das hat der neue katholische Erzbischof von Colombo, Malcolm Ranjith, bei einer Feier zu seinem Amtsantritt betont. Christen wünschten lediglich, ihren Glauben frei praktizieren zu können. Sie wollten in Harmonie mit allen anderen Bürgern leben und zum Wohl ihres Landes beitragen, sagte Ranjith in Anwesenheit von Staatspräsident Mahinda Rajapaksa und Oppositionsführer Ranil Wickremesinghe. Der Erzbischof rief seine Landsleute auf, nach dem 26-jährigen Bürgerkrieg ihre Einheit zu stärken. Es gelte sicherzustellen, dass in Sri Lanka alle ethischen und religiösen Werte geachtet sowie Frieden und Einheit gefördert würden. Das frühere Ceylon ist ein multi-ethnisches und –religiöses Land. Von den etwa 20 Millionen Einwohnern sind nach Angaben der Evangelischen Allianz rund 70 Prozent Buddhisten (meist Singhalesen), 14 Prozent Hindus (meist Tamilen), 8 Prozent Muslime und 8 Prozent Christen, überwiegend Katholiken. Mitte Mai hatte die Regierung nach 26 Jahren aufständische Tamilen besiegt. Der Erzbischof rief dazu auf, den verarmten und traumatisierten Menschen in den früheren Kampfgebieten zu helfen und das Land wiederaufzubaue
Gewalt gegen Evangelikale nimmt zu
Nach Angaben der Evangelischen Allianz, die mehr als 200.000 Evangelikale in Sri Lanka repräsentiert, hat die Gewalt gegen Christen in den vergangenen zwei Monaten deutlich zugenommen. So mehrten sich besonders Angriffe auf evangelikale Pastoren und Gemeinden. Die Allianz hat eine Liste von Übergriffen im Juli und Juni veröffentlicht. Danach wurden mehrere Gebäude von Pfingstgemeinden angezündet sowie Pastoren und Gemeindemitglieder mit Gewalt bedroht. Teilweise beteiligten sich daran auch buddhistische Mönche. Sie wollten verhindern, dass Buddhisten zum Christentum übertreten.