24.01.2009
China: Peking baut Kirchen wieder auf
Kommunisten restaurieren zwölf Kirchen, Moscheen und Tempel
P e k i n g (idea) – 24.01.09 - In Peking wächst der Bedarf an religiösen Versammlungsstätten. Die kommunistisch regierte Stadt will jetzt zwölf Kirchen, Moscheen und buddhistische Tempel wiederaufbauen oder restaurieren.
Damit solle der wachsenden Zahl von Gläubigen der Zugang zu religiösen Stätten erleichtert werden, berichtet die englischsprachige Tageszeitung China Daily (Peking). Das Gesamtprojekt wolle sich die Stadt umgerechnet 1,35 Millionen Euro kosten lassen. Der Grundstein für das Projekt sei vor kurzem im Stadtbezirk Changxindian gelegt worden. Dort wird die etwa 100 Jahre alte katholische Kirche wieder aufgebaut. Sie war in den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts zum Lagerhaus umfunktioniert worden. In Changxindian selbst leben etwa 200 Katholiken, doch könnten nach Abschluss der Restaurierung auch Katholiken aus benachbarten Stadtbezirken leichter zur Messe gehen. Peking brauche dringend mehr Kirchen, erklärte der Generalsekretär der Pekinger Diözese, Matthew Zhen Xuebin. Die Zahl der Katholiken in der chinesischen Hauptstadt werde auf bis zu 60.000 geschätzt; ihnen stünden lediglich 20 Kirchen zur Verfügung. Es gebe immer mehr Katholiken nicht nur wegen der zunehmenden Zahl von Touristen, sondern auch weil die Chinesen inzwischen größere Religionsfreiheit genössen. Auch zwei Moscheen sowie mehrere Tempel sollen wiederaufgebaut werden.
Mehrheit der Christen in nicht-anerkannten Hauskirchen
Dabei handelt es sich um Versammlungsstätten staatlich anerkannter Religionen. Die Mehrheit der Christen in der Volksrepublik versammelt sich aber in nicht-registrierten Hauskirchen, will sie sich nicht staatlicher Kontrolle unterwerfen wollen. Diese werden bisweilen benachteiligt oder verfolgt. Über die Zahl der Christen in China gibt es unterschiedliche Einschätzungen. Expertenangaben schwanken zwischen 40 Millionen und 80 Millionen. Von den rund 20 Millionen Katholiken gehören etwa sechs Millionen einer regimetreuen Kirche an. Die staatlich anerkannte Drei-Selbst-Bewegung und der Chinesische Christenrat repräsentieren nach offiziellen Angaben etwa 18 Millionen Protestanten.