30.07.2009
Pakistan: Schändungsvorwürfe als Vorwand zu Brandstiftung mit militärischen Chemikalien
BF, 31.7.2009, Gestern abend, am 30. Juli, brannten Muslime in dem Dorf Korian (Chak Nr. 362 - in Gojra, Bezirk Faisalabad) etwa 50 Häuser von Christen nieder. In dem Dorf fand eine christliche Hochzeit statt und es kam zu dem Gerücht, dass während der Feierlichkeiten eine Ausgabe des Qur’an verbrannt worden sei. Aufrufen örtlicher Moscheen folgend setzten Muslime Häuser von Christen in Brand und verbrannten auch Vieh, das Christen gehörte. Es scheint, hochentzündliche Chemikalien, die eigentlich nur der Armee zur Verfügung stehen, seien dazu eingesetzt worden, wie es auch bei dem bekannten Brandanschlag auf die christliche Gemeinde in Shanti Nagar im Jahre 1997 der Fall gewesen war. Die Tat wurde dadurch noch verschlimmert, dass sich Muslime vor den brennenden Häusern auf die Straßen legten, um die Anfahrt der Feuerwehren zu verhindern. Das Kirchengebäude wurde zerstört und die Bibel verschandelt, aber nicht verbrannt. Über ein Viertel der Christen Korians sind nun obdachlos. Dr. Patrick Sookhdeo, der internationale Direktor des Barnabas Fund, erklärt: „Gerade ein Monat verging seit dem letzten Angriff auf eine christliche Gemeinde in Pakistan. (s. Artikel oben). Großflächige Gewalt gegen Christen gab es in Pakistan bislang eher selten, hat sich inzwischen aber eingebürgert. Für ein Land, in dem noch vor einer Generation Christen sicher - wenn auch täglich diskriminiert - leben konnten, ist das eine schlimme Entwicklung. Bei dem Vorfall gestern Abend wurde berichtet, dass sich Tausende von Muslimen sehr schnell versammelt und den Gewalttätigkeiten angeschlossen haben. Dies, zusammen mit der Art der Chemikalien, die für die Anschläge verwendet wurden, wirft die Frage auf, zu welchem Grad diese Anschläge von militanten Gruppen organisiert werden, die gegen die Regierung stehen. Gruppen, die die Stabilität Pakistans dadurch ins Wanken bringen wollen, dass sie die verletzliche christliche Minderheit angreifen.”