12.11.2009

Irak/Nahost: Grenzen der Religionsfreiheit und massive Emigration von Christen

Alarmierend: Forum Syriacum zur gegenwärtigen Lage der Christen im Nahen Osten und in Indien

Irak/Nahost: Grenzen der Religionsfreiheit und massive Emigration von Christen

Alarmierend: Forum Syriacum zur gegenwärtigen Lage der Christen im Nahen Osten und in Indien

WIEN, 12. November 2009 (ZENIT.org).-Die gravierende Situation im Irak war eines der Brennpunke beim 2. Colloquium des Forum Syriacum zur gegenwärtigen Lage der Christen im Nahen Osten und in Indien, das letzte Woche in Wien zu Ende ging.

Die dortige Diskriminierung und Verfolgung der Christen sollte eine Sorge aller Christen weltweit sein, so er Appell von 14 Experten aus neun Kirchen der syrischen Tradition, darunter auch Bischöfe, und aus sieben westlichen Ländern

Im ganzen Nahen Osten leiden sie unter der politischen Instabilität, vorwiegend unter dem ungelösten israelisch-palästinensischen Konflikt. Diese ist die Hauptursache einer dramatischen Emigrationsbewegung von einheimischen Christen. Trotz dieser Situation ermutigen alle Kirchen des Nahen Ostens ihre Gläubigen in ihrer Heimat zu bleiben.

Auf Einladung der Stiftung PRO ORIENTE haben sich die Teilnehmer mit dem heiklen Thema Religionsfreiheit und dem massiven Problem der Emigration der Christen auseinandergesetzt. Erörtert wurden vor allem die Beiträge der Christen in Syrien, Irak, Libanon, Iran und Indien zur Kultur und Gesellschaft sowie die Herausforderungen, mit denen diese heute konfrontiert sind.

Die Teilnehmer der PRO ORIENTE-Tagung appellierten in diesem Zusammenhang an die Kirchen des Westens, die emigrierten Christen zu unterstützen, ihre kulturellen und geistigen Traditionen (samt ihrer Sprache) in ihren jeweiligen Gastländern zu erhalten und zu pflegen, z.B. durch die Zurverfügungstellung von Kirchen und ein konfessionelles Bildungsangebot.

Zum Thema Gewissensfreiheit haben die Konferenzteilnehmer festgestellt, dass diese, außer im Libanon und in Südindien, mangelhaft ist, hieß es in ihrer Abschlusserklärung, die vom PEW veröffentlicht wurde. Konversionen zum Christentum sind tabu. Bei einer Mischehe, etwa, darf die Ehefrau zwar ihre Religion behalten, doch der Mann – falls er ein Christ ist – muss zum Islam konvertieren und deren Kinder müssen auf jeden Fall zu Muslimen erzogen werden.

Diese Regelung hat im Laufe der Jahrhunderte zu einem rapiden Rückgang der christlichen Bevölkerung geführt. Die nächste Sitzung des PRO ORIENTE-Forum Syriacum wird am 26.-27. Mai 2010 in der nordirakischen Stadt Erbil stattfinden. Gegenstand wird u.a. auch die Sonder-Bischofssynode sein, die Papst Benedikt XVI. für Oktober 2010 einberufen hat. Sie steht unter dem Motto: „Die katholische Kirche im Nahen Osten – Gemeinschaft und Zeugnis". Zentrales Thema der Beratungen werden Fragen der Friedenssicherung sein.