13.04.2010
Kirgistan:erhofft Demokratisierung
Ausländer- und Aussiedlerbeauftragter der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) schreibt am 13.4.2010 folgenden Brief:
Liebe Freunde der Ev. Luth.-Kirche in Kirgistan, Kirgisien,
Sie sehen schon an der unterschiedlichen Bezeichnung des Landes, dass wir es hier mit einem Land vieler Veränderungen zu tun haben, aber nun zur aktuellen Situation. Neben der persönlichen Verbindung zum Bischof Eichholz versuche ich die vielfältigen Meldung in dt., rus. Und kirgisischen Medien zu beobachten.
Hier zu Beginn die Gründe zum Danken:
- Nach vorliegenden Informationen gibt es im Bereich der Ev.-Luth. Kirche keine Opfer von Person zu beklagen.
- Die Gebäude der Kirche in Bischkek sind nicht Opfer von Zerstörung geworden.
- Die Plünderungen der letzten Tage in Bischkek finden nicht mehr statt.
- Die Situation in Bischkek hat sich entspannt.
Jetzt die Gründe zum Gedenken und zur Fürbitte:
- Dass es nicht zu einem Aufflackern der Unruhe kommt;
- Dass es zur Stabilisierung der Lage um Land kommt;
- Dass es zur Demokratisierung im Land kommt;
- Dass es zur Religionsfreiheit kommt
- Dass Christen in ihren Beitrag zur friedlichen Entwicklung in Kirgisien leisten;
- Frau Eichholz benötig in absehbarer Zeit eine Verlängerung der Arbeitserlaubnis.
Hier noch eine kurze aktualisierte Einschätzung der Lage aus den mir vorliegenden Informationen. Im Zentrum von Bischkek ist viel zerstört worden, bis hin zu den Räumen im Parlament und den Ministerien. Die Übergangsregierung hat heute – aktuell – die Immunität des gestürzten Präsidenten aufgehoben und dadurch die rechtliche Vorraussetzung zur Verhaftung des Präsidenten geschaffen. Die angespannte Situation zwischen dem gestürzten Präsidenten mit seinen Anhängern und der Übergangsregierung hat sich verschärft.
Es gibt nach meiner Einschätzung zum jetzigen Zeitpunkt keine Anzeichen für die Islamisierung des Landes durch die Übergangsregierung. Die Übergangsregierung stellt zur Zeit nach Außen ein Bild einer sozialdemokratischen Partei da, der es neben der Bekämpfung der Korruption und Wirtschaftskrise um die Realisierung von Menschen Rechten auch Freiheitsrechten geht.
Der Einfluss vom Ausland, überhaupt vorhanden kaum eine Bedeutung beim Umsturz gehabt. Es war die Unzufriedenheit der Bevölkerung. Kirgisien ist eines der ärmsten Länder der ehemaligen SU geworden, mit einem sehr Anteil an Korruption.
So weit möglich, werde ich versuchen sie auf dem Laufenden zu halten.
Weitere Infos finden Sie auch auf der Internetseite der Ev. Kirche Kurhessen – Waldeck (Partnerkirche).
Mit freundlichem Gruß
Reinhard Schott
Ausländer- und Aussiedlerbeauftragter der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche)
Karmeliterstraße 20, 67346 Speyer,
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