13.04.2010
Menschenrechtsdelegation in Orissa über Gewalt schockiert
Nur wenige sind für Vergewaltigungen und Morde bestraft worden Von Michaela Koller
Menschenrechtsdelegation in Orissa über Gewalt schockiert
Nur wenige sind für Vergewaltigungen und Morde bestraft worden
Von Michaela Koller
BHUBANESWAR13. April 2010 (ZENIT.org).- Die deutsche Menschenrechtsdelegation, die derzeit Indien bereist, ist über das Ausmaß der Gewalt gegen Christen im Bundesstaat Orissa im Jahr 2008 schockiert.(ZENIT berichtete.) Bei einer viertägigen Recherchereise durch die Unruheregion im Osten Indiens wollten die Parlamentarier Ute Granold (CDU) und Pascal Kober (FDP) und ihre Begleiter eigenem Bekunden zufolge Opfer ermutigen und Menschenrechtsaktivisten unterstützen. „Wir sind hergekommen, um mehr über die Situation in Orissa zu erfahren", nach den Ausschreitungen gegen die religiöse Minderheit in den Jahren 2007 und 2008, wird Ute Granold von der Nachrichtenagentur UCANews zitiert.
"Wir werden als Politiker über das, was wir vorgefunden haben, in unseren jeweiligen parlamentarischen Gruppen berichten, im Bundestag und der Bundesregierung sowie den entsprechenden öffentlichen und kirchlichen Einrichtungen", sagte der Bundestagsabgeordnete Pascal Kober, der die deutsche Öffentlichkeit über die Situation in Orissa auf dem Laufenden halten möchte.
"Wir sind über das Ausmaß der Gewalt schockiert, die Vergewaltigungen und Morde mit einschloss. Wir haben festgestellt, dass Opfer der Angriffe immer noch heimatlos sind", erklärten die vier Teilnehmer der Mission in Orissas Hauptstadt Bhubaneswar. Die Delegation traf Opfer, Menschenrechtsaktivisten, kirchliche Vertreter, besuchten Flüchtlingslager und Behelfsbehausungen.
„Wir haben die erbärmliche Situation der Menschen gesehen, ohne feste Bleibe und ohne Aussicht auf eine Existenzgrundlage. Die meisten von ihnen müssten noch angemessen entschädigt werden. Sogar nach zwei Jahren habe die Polizei zahlreiche Beschwerden nicht aufgenommen, der betroffenen Gemeinschaft sei keine Gerechtigkeit widerfahren. Nur wenige der Verantwortlichen seien für die gemeinschaftliche Gewalt bestraft worden.
Organisiert wurde die Reise vom katholischen Missionswerk Missio, dessen Menschenrechtsexperte Otmar Oehring auch mit von der Partie ist.
Bei Angriffen nationalistischer Hindus auf fast dreihundert Dörfer im Bundesstaat Orissa 2008 waren mehr als hundert Menschen umgekommen, etwa fünfzigtausend Christen waren geflüchtet. Rund viertausend Häuser und mehr als sechzig Kirchen wurden während der Überfälle zerstört
Zu den Ausschreitungen war es gekommen, nachdem maoistische Rebellen einen Hindu-Führer ermordet hatten. Da die Täter nicht gefasst wurden, entlud sich die Wut der Massen an der wehrlosen christlichen Minderheit der Region.