11.08.2010
Deutschland: Christen und Juden warnen vor Antisemitismus
Vorwurf: Medien verharmlosen Gefahr für Israel durch iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad
Deutschland: Christen und Juden warnen vor Antisemitismus
Vorwurf: Medien verharmlosen Gefahr für Israel durch iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad
Nürnberg (idea) – Vor neuem Antisemitismus haben Christen und Juden in Nürnberg gewarnt. Anlass war eine Veranstaltung, die an den Abriss der Hauptsynagoge vor 72 Jahren durch die Nationalsozialisten erinnerte.
Die Generation der Zerstörer von damals sei zwar weitgehend gestorben, doch der Ungeist des Antisemitismus nehme weltweit zu, sagte Pfarrer Franz Soellner vor mehr als 150 Teilnehmern. Als Beispiel nannte er die Drohungen des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad, Israel zu vernichten. Die von ihm ausgehende Gefahr werde von den Medien weitgehend verharmlost, so wie es vor 70 Jahren im Blick auf Adolf Hitler geschehen sei. Deshalb hätten die Nationalsozialisten ihr Vernichtungswerk fast ungestört fortsetzen können. Am 10. August 1938 ließen sie die Nürnberger Hauptsynagoge abreißen mit der Begründung, das Gebäude störe „das schöne deutsche Stadtbild empfindlich“. Das war drei Monate vor der Pogromnacht am 9. November, als in vielen Städten Synagogen angezündet wurden. Organisator der jährlichen Erinnerungsfeier war der Arbeitskreis „Suchet der Stadt Bestes“ unter Vorsitz von Pastor Hansjürgen Kitzinger. Der evangelische Dekan Christopher Krieghoff rief zur Wachsamkeit auf. Heute müssten „rote Warnlampen" leuchten, wenn Menschen ausgegrenzt und verunglimpft würden. Der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, Arno Hamburger, sagte, Juden ließen sich nicht mehr wie Lämmer zur Schlachtbank führen.