25.08.2010

Deutschland: Landesbischof: Gott sei Dank für jüdisches Leben

Weber: Juden haben in Deutschland wieder eine Zukunft.

Deutschland: Landesbischof: Gott sei Dank für jüdisches Leben

Weber: Juden haben in Deutschland wieder eine Zukunft.

Hannover (idea) – Dankbar für die Lebendigkeit und das Wachstum jüdischer Gemeinden in Niedersachsen hat sich der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber (Wolfenbüttel) geäußert.

„Wir danken Gott, dass Juden in Deutschland nicht mehr auf gepackten Koffern sitzen, sondern eine klare Perspektive und Zukunft haben“, sagte er am 24. August in Hannover bei einer Feier zum 60-jährigen Bestehen des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Niedersachen. Gleichzeitig wurde das 30-jährige Amtsjubiläum des Vorsitzenden des Landesverbandes, Rechtsanwalt Michael Fürst (Hannover), begangen. Nicht zuletzt ihm sei es zu verdanken, so Weber, dass der Verband die Ausbildung von Rabbinern finanziell ermögliche, um die mehr als 7.000 jüdischen Gemeindemitglieder in Niedersachsen ausreichend zu versorgen. Dem Landesverband gehören 13 Gemeinden an, die von zwei Rabbinern in Braunschweig und Osnabrück betreut werden. Die Gemeinden sind vor allem durch Zuwanderer aus Mittel- und Osteuropa gewachsen. Weber, auch Ratsvorsitzender der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, sprach sich für die Bekämpfung des Antisemitismus aus. Die Folgen des Holocausts seien bis heute spürbar. Noch immer gebe es kaum jüdische Gottesdienste, Kindergärten, Kunst- oder Kulturveranstaltungen und Altenwohnheime, die ohne ein Mindestmaß an Polizeischutz auskämen, so Weber in seinem Redemanuskript. Die Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch (München), brachte ihre Genugtuung darüber zum Ausdruck, dass Deutschland für Juden wieder eine Heimat sei. Der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU) zeigte sich erfreut darüber, dass das jüdische Leben immer sichtbarer und selbstverständlicher werde.