08.07.2010
Deutschland:Menschenrecht auf Religionsfreiheit durchsetzen
Fraktionsvorsitzender lädt christliche Vertreter aus Indien zur Plenardebatte zu Religionsfreiheit ein
Deutschland:Menschenrecht auf Religionsfreiheit durchsetzen
Fraktionsvorsitzender lädt christliche Vertreter aus Indien zur
Plenardebatte zu Religionsfreiheit ein
Auf Einladung des Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker
Kauder haben zwei Gäste die Debatte über Religionsfreiheit am Donnerstag im
Bundestag von der Besuchertribüne aus verfolgt, die in besonderer Weise mit
dem Thema verbunden sind: Schwester Justine Senapati SJA und Vater Dr.
Augustine Singh arbeiten im ostindischen Bundesstaat Orissa mit Opfern der
massiven Ausschreitungen gegen die christliche Minderheit, die dort im
August 2008 stattfanden.
Schwester Justine Senapati SJA ist Programmdirektorin in einem Sozialzentrum
in Kandhamal im Bundesstaat Orissa, Vater Augustine Singh ist Priester und
ist als Psychologe ebenfalls in Kandhamal tätig. Beide setzen sich für eine
Verbesserung der Menschenrechtssituation ein. Aus diesem Grund haben sie von
der katholischen Organisation "Pax Romana" (The International Catholic
Movement for Intellectual and Cultural Affairs) ein Stipendium erhalten, um
für sechs Wochen in Genf die Mechanismen des internationalen
Menschenrechtsschutzes kennen zu lernen. Volker Kauder wird beide im
Anschluss an die Debatte zu einem persönlichen Gespräch treffen. Ebenfalls
auf Einladung des Fraktionsvorsitzenden haben der Leiter des Kommissariats
der deutschen Bischöfe, Prälat Karl Jüsten und der Bevollmächtigte des Rates
der EKD, Bernhard Felmberg die Debatte verfolgt. Hintergrund zur Situation
der Christen in Orissa:Im ostindischen Bundesstaat Orissa kam es im August
2008 zu massiven Ausschreitungen gegen die christliche Minderheit. Auslöser
der Gewalt im Distrikt Kandhamal war der Mord an einem prominenten
Hindu-Mönch. Trotz eines Bekennerschreibens einer maoistischen Terrorgruppe
nutzten extremistische Hindu-Gruppen den Vorfall, um zu Gewalt gegen die
Christen in Orissa aufzurufen. Mehr als 100 Personen wurden in der Folge
getötet; viele Frauen vergewaltigt. Nach Angaben der Indischen
Bischofskonferenz wurden in den über Wochen andauernden Ausschreitungen mehr
als 60 Kirchen und 4000 Wohnhäuser zerstört. Nahezu 60 000 Menschen
flüchteten oder wurden gewaltsam umgesiedelt. Viele von ihnen leben nach wie
vor in Flüchtlingslagern und Zelten neben den Ruinen ihrer Häuser. Da sie
jede Lebens­grundlage verloren haben, sind sie oft auf Hilfe von außen
angewiesen.