10.06.2010

Bischof Padovese wurde fast vollständig geköpft

Neue Details beunruhigen christliche Minderheiten

Bischof Padovese wurde fast vollständig geköpft

Neue Details beunruhigen christliche Minderheiten

 

Von Michaela Koller

ISKENDERUN, 9. Juni 2010 (ZENIT.org).- Neue grausame Details sind über den Mord an Bischof Luigi Padovese bekannt geworden. Eine Autopsie des Leichnams ergab, dass dieser überall Stichwunden aufweist, darunter allein acht Stiche im Herzen. Darüber hinaus wurde der Apostolische Vikar von Anatolien fast vollständig geköpft, nur an einem Hautfetzen hing der Kopf noch am Hals, wie die Nachrichtenagentur Asianews berichtet.

Polizeiliche Ermittlungen ergaben zudem, dass der Bischof zunächst im Haus mit Messerstichen attackiert wurde, bevor ihm die tödlichen Verletzungen vor der Tür beigebracht wurden, wo er um Hilfe gerufen hatte.

Nach Abschluss der Papstreise enthüllte allerdings der Chefredakteur des Pressedienstes "AsiaNews" der römischen Missionsgesellschaft PIME (Pontificio Istituto Missioni Estere), P. Bernardo Cervellera gegenüber der Agentur "Sky TG24", es gebe zuverlässige Zeugen, wonach der mutmaßliche Mörder, Murat Altun, nach der Tat laut eine islamische Dankformel gerufen habe. "Ich habe den großen Saten getötet - Allah Akbar", habe Altun demnach verkündet.

Von der katholischen Agentur I-media befragt wollte P. Federico Lombardi, der Pressesprecher des Heiligen Stuhles sich nicht bestätigend dazu äußern: "Ich brauche ein umfassenderes Bild von der Lage. Ich bestätigte die Informationen von AsiaNews nicht, die für ihren Inhalt gerade steht; ich bestreite sie auch nicht, weil ich sie nicht kenne."

Türkischen Medienberichten zufolge habe der Tatverdächtige später gegenüber der Polizei gesagt, er sei einer göttlichen Eingebung gefolgt.

Entgegen ersten Berichten liegt noch kein Gutachten über seine psychische Verfassung vor. Es gibt zudem auch keinerlei Hinweise, die politische oder religiöse Motive ausschließen.

Christliche Minderheiten in der Türkei zeigten sich laut Medienberichten über die Ungewissheit beunruhigt. Christliche Armenier in Deutschland forderten am Montag deshalb eine lückenlose Aufklärung des Verbrechens. Für Armenier ist dies ein sensibles Thema, da die türkische Regierung weiterhin den Völkermord an bis zu 1,5 Millionen Armeniern gegen Ende des Osmanischen Reiches zwischen 1915 bis 1917 verleugnet.