23.06.2010
Afghanistan: braucht mehr zivile Stärkung
Bundestagsabgeordneter Tom Koenigs sieht Deutschland in der Pflicht Rubrik
Afghanistan: braucht mehr zivile Stärkung
Bundestagsabgeordneter Tom Koenigs sieht Deutschland in der Pflicht Rubrik
Berlin, 23. Juni 2010. Deutschland muss bei seinem Einsatz in Afghanistan mehr für die Zivilgesellschaft tun. Das sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, Tom Koenigs MdB, bei einem Besuch beim internationalen Kinderhilfswerk World Vision Deutschland. „Die Afghanen, die für Menschenrechte und ein friedliches Zusammenleben einstehen“, so Koenigs weiter, „brauchen unsere Unterstützung gegen den fundamentalistischen und gewaltbereiten Widerstand.“ Unsere Unterstützung müsse vor allem ziviler Natur sein. Nur mit militärischen Mitteln könne man ein friedliches und gerechtes Afghanistan nicht erzwingen.
Der World Vision Vorstandsvorsitzende Christoph Waffenschmidt begrüßte die Einschätzung des früheren UN-Sonderbeauftragten für Afghanistan. Er informierte ihn während des zweistündigen Besuchs in Friedrichsdorf über die weltweite Arbeit und die drei Themenschwerpunkte von World Vision:
„Entwicklungszusammenarbeit“, „Katastrophenhilfe“ und „entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit“.
Was die Lage in Afghanistan angeht, betonten sowohl Waffenschmidt als auch
Koenigs: Ein überzeugendes und schlüssiges Konzept für den deutschen Beitrag zum zivilen Aufbau Afghanistans fehlt bislang. Waffenschmidt:
„Unsere Bundesregierung muss die afghanische Zivilgesellschaft, z.B.
Menschenrechtsgruppen, Frauengruppen, alternative Medien, Interessensvertretungen und auch Nichtregierungsorganisationen stärker in ihre Strategie einbeziehen.“
Tom Koenigs betont: „Die Afghanen brauchen auch neun Jahre, nachdem die Taliban vertrieben wurden, unsere Unterstützung. Es wurde bereits viel erreicht, gerade im Bereich der Grundbildung und der Gesundheitsversorgung.
Aber noch mangelt es in Afghanistan an Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit.“ Deutschland stehe hier in der Pflicht. Wichtig sei, dass nicht nur mehr Mittel bereitgestellt, sondern dass diese Gelder auch sinnvoll eingesetzt würden.
Das Kinderhilfswerk World Vision arbeitet in Afghanistan in den Bereichen Ernährungssicherung, Bildung und Gesundheit und engagiert sich in der Armutsbekämpfung. Die extreme Armut ist aus Sicht von World Vision eine der Hauptursachen für die Konfliktsituation in Afghanistan.
KONTAKT
World Vision Deutschland e.V., Am Houiller Platz 4, 61381 Friedrichsdorf;
Tel.: 06172 763-151/155, Email: presse@worldvision.de
HINTERGRUND
World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im Finanzjahr 2009 wurden 236 Projekte in 47 Ländern durchgeführt. World Vision Deutschland ist Teil der weltweiten World Vision-Partnerschaft. World Vision unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen. World Vision Deutschland ist Mitglied der Bündnisse „Aktion Deutschland Hilft“ und Gemeinsam für Afrika. www.worldvision.de Quelle: WORLD VISION Deutschland
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