15.03.2010
Ägypten: Dreitausend Muslime greifen koptisch-christliche Gemeinde an
25 Verletzte unter den Gläubigen, die zum Gebet versammelt waren
Ägypten: Dreitausend Muslime greifen koptisch-christliche Gemeinde an
25 Verletzte unter den Gläubigen, die zum Gebet versammelt waren
KAIRO, 15. März 2010 (ZENIT.org).- Das Gerücht, dass die Christen eine neue Kirche bauen wollten, löste bei fast dreitausend Muslimen eine gewalttätige Gegenbewegung aus, zu der sie vom Imam vor Ort angestiftet wurden, und griffen eine koptische Gemeinde in Ägypten an, als diese gerade zum Gebet versammelt war.
Laut dem Bericht von AsiaNews seien in dem Gebäude neben der Kirche vier Priester, ein Diakon und 400 Gemeindemitglieder zugegen gewesen. Unter den Verwundeten hätten sich auch Frauen und Kinder befunden.
Der Angriff ereignete sich in der nordwestlichen Provinz von Marsa Matrouh. Die Angreifer - eine Gruppe von Beduinen und Salafi Fanatikern - schleuderten Steine auf den Bau, von dem sie dachten, dass es eine neue Kirche sei. Die Christen, die in Wirklichkeit ein Altenheim bauten, wurden durch den Angriff stark verängstigt, vor allem die Frauen und Kinder, die im Inneren des Gebäudes gefangen waren. Die Sicherheitskräfte feuerten Tränengas und verhafteten ein Dutzend Muslime und Christen.
Nach Angaben von Bischof Bedschemi begannen die Ausschreitungen am Freitag nach der Predigt eines radikalen Geistlichen von Marsa-Matruh. Der örtliche Imam, Scheich Khamees habe die Muslime während des Freitagsgebets angestachelt und betont, dass es ihre Pflicht sei, die Feinde des Islam zu bekämpfen: „Wir dulden keine christliche Präsenz in unseren Regionen."
Die koptisch-christliche Gemeinschaft in Ägypten macht etwa 10% der Bevölkerung von fast 80 Millionen Einwohnern aus und fällt oft Diskriminierungen und Angriffen zum Opfer, wie in Nag Hamadi anlässlich des orthodoxen Weihnachtsfests, wo sechs Christen und ein muslimischer Polizist getötet wurden.(ZENIT berichtete)